KeiNe PaNik

Irgendwie nerven mich diese 3 Worte immer dann, wenn ich mal eben einen Artikel hier schreiben will.

Was ist während dessen passiert? Eine Woche Urlaub habe ich glücklich hinter mich gebracht. Nach meinem Cool-Urlaub nach Norwegen war die letzte Woche jedoch ziemlich uncool. Lernte ein neues Wort, was es ein wenig präziser auf den Punkt bringt als viele Wörter von mir, die sich letztlich um wahrlich gar nichts … nichts … drehen. Der Begriff lautet „Slacker“.

Vielleicht war es auch eine Woche wie im Gefängnis, in denen man sich auch Gedanken machen konnte, was im eigenen Leben nicht richtig läuft? Die Woche hatte ich ja eigentlich wegen der EX am Anfang des Jahres schon geplant. Zum einen läßt das einen nachdenklich werden über die Qualität seiner Beziehungen. Im Nachhinein scheint es mir jetzt, dass ich einfach nicht von meinen ideellen Vorstellungen Abschied nehmen wollte. Real gesehen habe ich stets unstete Beziehungen, die chaotisch und nicht berechenbar ablaufen. Aus diesem Grund habe ich auch meist schönere Erfahrungen als andere Menschen, die ihren Urlaub schon monatelang vorher planen. Freude kann immer nur spontan entstehen. Ich meine wirkliche Freude und nicht das wohltemperierte Gegenstück dazu, welches man vielleicht „bürgerliche Freude“ nennen kann. Ist eigentlich ein großes Problem, dass in einer Gesellschaft dieselben Wörter für völlig unterschiedliche Sachen gebraucht werden.

Es nervte mich immer an meiner Arbeit, dass die immer schon für das gesamte Jahr eine „Urlaubsplanung“ haben wollten. Jetzt auch schon wieder für 2015. Was weiß ich, was ich 2015 machen will? Und das schlimme, neben der nervigen Arbeit gewinnt der Urlaub durch diesen Planungsstress ebenfalls eine gehörige Nerv-Note. Besser wäre es den Urlaub kurzfristig absprechen zu können, was ja auch real so lief, aber diese Woche mußte ich letztes Jahr schon nehmen, da sonst die Frau, die den Urlaubsplan macht, sich totgezickt hätte. Letzte Woche kam auch wie man es nicht ahnt, auch schon das erste Schreiben per Email von diesem Menschen, schon jetzt die Urlaubswünsche für 2015 zu äußern. Gut, diesmal konnte ich es gedankenverloren löschen, da ich 2015 nicht mehr da arbeiten werde.

Neben dem Aspekt der sprunghaften Beziehungen, der ja im Grunde etwas sehr schönes ist, gesellte sich der Ausblick eine Arbeit zu haben, die mit dieser Form von Beziehungen inkompatibel ist. Das ist so eine Gesellschaft-versus-Individuum-Problematik. Die Gesellschaft besteht aus Typen, die Urlaubspläne für das nächste Jahr machen, diplomatisch wie der deutsche Außenminister sich durch das Schlachtfeld Partnerschaft larvieren, gerne Floskeln wie „man sollte“ „man müßte doch“ benutzen und sich permanent einreden, sie wären glücklich. Leute wie ich bedrohen dann die Fundamente ihrer Weltsicht, denn eigentlich gibt es nur sehr wenig im Leben, was „man“ wirklich „machen muß“. Ich denke eigentlich nur das Sterben. Sterben tun wir alle einmal. Alles andere sind gesellschaftliche Gebote, die eigentlich nur wenigen nützen und vielen nur Begrenzungen auferlegen. Komischerweise reagieren diese, die durch ihre Normen eigentlich nur betrogen werden, dann auch am ärgerlichsten, wenn man sie auf den hohen Quatsch-Wert ihrer Lebensmaßstäbe hinweist. Also ich hab das jetzt schon aufgegeben. Die Tragik ist aber, dass eben spontane Sachen weniger möglich sind, als in Kontexten, wo man einfach mal sagen kann, nächsten Monat hätte ich gerne mal 2 Wochen frei.

Na gut. Neulich sah ich in der Stadt Plakate. Es ging um eine Ausstellung über einen ollen König, der mal vor hunderten von Jahren hier sein Ding trieb. Eigentlich war aber nur ein Bild von ihm und der Slogan „Zu Befehl Majestät!“ zu sehen. Also, wahrscheinlich war ich der einzige, der sich an solchen Sachen störte und es kann doch nur so sein, das die meisten dieser Stadtbewohner innerlich noch tief im Absolutismus stecken, was vieles erklärbar machen würde. Also auch diesbezüglich ein Grund die Dinge mal wieder sich ändern zu lassen.

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Zurück vom Polarkreis. Zelten dort mit 24 Stunden am Tag Sommer: super! Ich könnte Absätze drüber schreiben und immer noch das Gefühl haben, ein Kapitel dann noch dran hängen zu müssen. Ich entschied mich aber, diese Erinnerungen in meine Lebenserinnerungen vielleicht einmal einfließen zu lassen. „Meine Reise ins Ich.“

Wieder zurück in der städtischen Lebenswelt fällt es einem natürlich um so mehr auf, dass man in einer Umgebung lebt, die nur menschen- nicht gotterschaffen ist. Es ist wirklich so in Nordnorwegen bei der gigantischen Natur: außerhalb des Zeltes hatte ich das schönste Wohnzimmer auf dieser Welt und Natur, die das Göttliche erahnen läßt, ja man kommt selber dahin zurück seine eigene Göttlichkeit entdecken zu dürfen. Hier in der Großstadt leben die Leute in Wohnungen mit Fenstern, die eigentlich von außen eher wie Aquarien wirken. Hier macht einen alles kleiner, als man wirklich ist.

Dementsprechend ging es mir die letzten Tage schlecht. Auf der Arbeit haben ein paar 40’er-Plus-Frauen mich beim Chef angeschwärzt, dass ich ein wenig zu spät gekommen wäre. Das machen die immer, wenn sie unter meinen Launen zu sehr leiden müssen. Gekündigt hab ich da schon eh und der Chef ging auch nicht voll drauf ein. Eher nach dem Motto: arbeiten sie noch mit und dann bekommen sie auch noch mal Weihnachtsgeld. Ok eigentlich nicht schlimm, aber irgendwie auch nicht notwendig. Dementsprechend bekommen diese 40-Plus-Frauen von mir immer noch unverändert Demütigungen und subtile Gemeinheiten zu spüren. Es gibt nichts, was ich so hasse, wie Denunzianten.

Das fiel zusammen mit dem Ereignis, dass ich meine EX jetzt entgültig aus meinem Herzen gestrichen habe. So viel haben wir probiert, um einfach nur Freunde zu sein und immer am Ende fühle ich mich schlecht dabei.  Alle meine Freunde, die Alphas sind, lagen mir deutlich in den Ohren, sie sausen zu lassen. Sie tauge nichts und ich hätte besseres verdient, als so eine.

Habe mich zuletzt dadrüber aufgeregt, dass sie mich zu einem Konzert nach Amsterdam eingeladen hat. Als wir die Karten hatten, meinte sie, dass sie das Wochenende mit einer Freundin dort sein würde, und ich nur zum Konzert kommen sollte. Ich ging davon aus, das gesamte Wochenende mit ihr dort zu sein. Jetzt kann sie alleine zum Konzert gehen. Ich mach mich da doch nicht zum Trottel, den man 5 Stunden über die Autobahn als Konzertbegleitung herbeipfeifen kann.

Zuvor: Geburtstag von der Tochter. Hatte ein Prinzessinnenkleid und eine Musik-CD mit Remixes aus Frozen mit der Eiskönnigin zusammengestellt. Wäre sicher toll geworden. Kurz bevor ich aufbrechen wollte: SMS, „Wolfgang aus der Party wird nichts, vielleicht ein andern mal.“ Davon war ich schon sauer.

Dann zu meinem Geburtstag Knutschbilder auf Facebook mit dem vermeintlichen Neuen, den sie direkt nach unserem letzten gemeinsamen Wochenende rekrutierte und Anrufe, SMS von mir seit dem ignorierte. Ätzend! Der Typ (war der, den ich mal vor wenigen Beiträgen beschrieb) ist jetzt auch wieder passe. Deshalb wohl der Versuch mich nach Amsterdam zu locken, weil das einfach eine Stadt ist, in der ich gerne bin.

Aber im Endeffekt ständige Demütigungen und Enttäuschungen. Solche Leute, sollte man im Leben links liegen lassen. Meine Freunde legten mir ans Herz, jeden Kontakt jetzt kommentarlos zu unterlassen, sie völlig zu ignorieren. Auch wenn das sie wohl anscheinend an macht. Aber letztlich ist eine Frau zu finden, die einen Mann zum Trottel macht, nicht wirklich ein sehr guter Schritt in eine glückliche Zukunft. Auch wenn da immer permanent ein „sie wird sich ändern“ im Kopf spielte. Das ist meist eine Illusion.

So gesehen, die letzten Tage das lonley-wolf-feeling. Aber so schlecht war das gar nicht. Habe jetzt 2 Telefonnummern, die ich zum Wochenende anrufen müsste. Beides Frauen, die so mein Typ sind. Einmal Familie aus Kurdistan, dann aus dem Libanon. Beide nicht-religiös. Das ganze Generve mit der EX hatte mir echt den Blick für diese beiden neuen Ausblicke versperrt. Und ich mag Latinas. Echt komisch, wie so das Leben manchmal läuft? Was will mir das Leben damit sagen?

Der interessanteste Moment ist Ende und Anfang von irgendetwas. In ihm erkennt man das Wesentliche und wenn man sich ihm bewußt wird und danach greifen kann, ist es der aktivste Zeitpunkt, um zu handeln.

Zum einen ist meine langjährige, meist desolate Beziehung zuende gegangen. Endlich. Enden tat das mit einer ganzen Photoserie auf Facebook zu meinem Geburtstag, auf der sie ihren neuen küßte. Das tat natürlich weh, obwohl ich zu dem Zeitpunkt innerlich schon meilenweit von ihr entfernt war. Ich hatte das Konzept „meine Freundin“ bereits in meinem Inneren überdacht und geändert. Das Konzept ist eigentlich nur eine vorkonzeptionelle Form der Ehe und als solches geradezu magisch anziehend für freudsche Thematiken, an denen schon Generationen von Psychiatern gescheitert sind. Nicht mein Ding. Schon das gesamte erste Halbjahr 2014 arbeitete ich schon an einem neuen Konzept, kurz: meine Freundin. Sprich Lebensfreude und -nähe in einer schon verbal unbegrenzten Form. Trotzdem dann die Bilder auf Facebook. 3 Tage war ich down, aber dann ging es wieder und ich gewann wieder Vertrauen in mein neues Konzept. Das einzige was weh tat, war die Tatsache, dass ihre Tochte meint, ich wäre „wie ein Papi“ für sie. Nach der menschlichen Logik der Emotion müßte ich ihre Mutter hassen, sprich auch sie jetzt völlig alleine lassen. Das war ein Konflikt, den ich nicht so ohne weiteres lösen konnte.

Aber der Zufall half mir. Als ich zufällig in der Nähe ihres Wohnortes war, rief sie zufällig in einer Situation an, in der ich richtig froh war, ihre Stimme zu hören und anstatt der vorher tagelang sorgfältig ausgetüfftelten Beleidigungen (ja so tief ging das) sagte ich nur: Hey, ist alles cool! Wie wärs, wenn ich schon zufällig in der Nähe bin, wenn Du zufällig mal durchrufst, dass ich dann auch mal zufällig vorbei kommen könnte und der Kleinen „Hallo“ sagen kann?

Das klappte dann auch. Obwohl der Neue sich mittlerweile in ihrem Häuschen eingenistet hatte, das machte mir auf der Hinfahrt schon Bauchschmerzen. Ich dachte, ich würde total traurig sein oder total wütend? Aber dann besann ich mich, als ich an der Tür geklingelt hatte, eines Tricks. Habe ich schon am Telefon bei ihr angewandt. Einfach der Satz: „Hey, ist alles cool!“, weil dieser Satz verlangt keine innere Synchronizität. Man kann den immer sagen, ob man lacht oder nicht. Er wirkt aber immer deeskalierend und man kann Grenzen einreißen ohne neue zu errichten.

Also kam ich da mal so eben ganz cool vorbei. Die Kleine freute sich riesig und am Ende gingen wir 4 noch essen. Eigentlich saß der neue Typ da ein wenig traurig dabei. Er tat mir auch Leid, denn er hatte noch nicht einmal der Hauch einer Ahnung, was mit dieser Frau auf ihn zu kommen würde.

Aber das ist nicht das Thema. Ich hab die Gunst des Momentes genutzt um das zu bekommen was ich wollte: kann die Kleine jetzt jederzeit sehen und übernächstes Wochenende auch bei ihrem Geburtstag dabei sein. Ist mir in so fern wichtig, dass ich mich gut 4 Jahre mehr oder weniger gut, je wie mein Beziehungsstatus zu ihrer Mutter war, um sie gekümmert habe. Da sie Halbwaise ist, war ich eben „wie ein Papi“ für sie. Ein wenig wie bei dem Küken, das den jenigen für die Mutter hält, den es nach dem Schlüpfen sieht. 4 Jahre sind 67% ihrer Lebensspanne oder werden es zu ihrem Geburtstag sein. Also da gilt es Kindheitstraumen zu mildern. Außerdem mag ich sie. Sie hat mir so viel gegeben, weil ich ein Mensch gewesen war, der vergaß, wie es war, selber ein Kind gewesen zu sein.

Diesen Zyklus habe ich dann doch glücklich zuende gebracht. Die Ex war auch glücklich. Ich konnte ihr dann auch ohne irgendwelche Eifersuchtsszenen von meinen Romanzen erzählen. Denn der neue Zyklus war sehr viel aufregender als die Lebensperspektive mit ihr.

Weihnachten krachte es mal wieder zwischen uns und ich rief Freunde in Holland an, dass ich jetzt Hilfe bräuchte. Die bekam ich und ich lernte eine weitere Lektion im Buch des Lebens: wie man frei lebt und Spaß haben kann ohne Ende. Frauen: kein Problem, sie sind immer da, du hast sie bloß noch nicht wahrgenommen. So wie Du Dich selber fühlst, so wird Deine Welt sein. Sei Du selber! Ich fuhr dann immer mal am Wochenende rüber und trainierte die neuen Lebensregeln. Recht bald fing es dann auch mit Psytrance-Parties an.

Am Anfang hatte ich da meine Probleme auf dem Dancefloor. Da wackelte der Boden, auch wenn es die grüne Wiese war! Konnte mich kaum auf den Beinen halten. Mittlerweile kann ich ihn so lesen wie ein Fährmann das Wasser vor seinem Schiff. Bei den größeren Events im Amsterdam kam langsam die Begeisterung. Da ist irgendwo eine alte, umfunktionierte Kirche und zu den Partywochenenden kommen gut 2000 Leute dorthin. Dass ich da so eintauchen würde, hätte ich vor einem Jahr noch nicht einmal für möglich gehalten. Aber es war wirklich alles da, was mir fehlte, ich hatte es bis dahin bloß noch nicht wahrgenommen.

Jetzt kommt dann auch übernächste Woche die Steigerung: das erste Festival! Wir fliegen für 1 Woche nach Norwegen an den Polarkreis. Da ist eine Party auf einer einsamen Insel und die Sonne geht zu der Zeit nicht unter. Zelten, Musik Musik, Tanzen Tanzen Tanzen und alles geht die ganze Zeit 24 Stunden einfach durch! Solche Parties sind sehr vielschichtig begreifbar. Für einige sind es Parties und Spaß und für andere Weiber ohne Ende und je länger man dabei ist, begreift man, dass es eine Reise in das eigene Selbst ist, die jeder antreten wird, der reif dazu geworden ist, ein Mensch zu werden, der nach seinen eigenen Regeln lebt.

Verbal hoch gegriffen, aber es stimmt. Am Ende ist man glücklich, all die tollen Leute dort getroffen zu haben, die mehr als 1000 Kilometer nur für diese Party am Ende der Welt, in Kauf genommen haben.

Tja, da freue ich mich richtig drauf. Und so gesehen ist das endgültige Ende meiner ehemaligen Liebe meines Lebens unerläßlich. Mit ihr wären nur Kreuzfahrten und Streit um Kleinigkeiten möglich gewesen. Schön, dass sie mich jetzt frei gelassen hat. Es ist eigentlich nur eine Frage der Mentalität, die man im Leben haben muß, um alles einfach nur geschehen zu lassen. Dann kann einen nichts aufhalten.

Ein anderer Zyklus ist auch das Ende der Arbeit. Habe gesagt, dass ich zum Ende des Jahres den Job aufgebe. Einfach so. Vielleicht weil sie am Tag zuvor einfach meine Lieblingsmitarbeiterin gekündigt hatten. Das war die mit der schweren Allergie, die ich auch dann noch mochte, wenn sie wegen ihrer Neurodermitis rot wie ein Krebs im Gesicht war. Sie war sehr traurig und das tat mir Leid. Aber es war gewiss nur Auslöser, im Grunde war mir die Arbeit recht langweilig geworden und diese Stadt mochte ich nie, in der ich jetzt noch bin.

Ich erkenne, immer wieder: Zyklusende und neuer Anfang. Das ist das Leben.

Ok, habe ein inspiratives Tief und bin die Woche auch mehr als down. Kein Grund für mich aber mal etwas nicht zu tun. So habe ich heute für meine Facebook-Seite dieses Video erstellt. Paßt auch hier in die Blogthematik. Ich fand es lustig das zu machen und hebt ein wenig die Stimmung. Mit einem guten Smoothie im Magen kann das Leben doch wirklich nicht mehr so bitter sein.

Um zu einem Punkt in der Welt zu kommen, kann man am besten die Welt versuchen über einen Standpunkt aus zu betrachten. Ich will nun meine Haare als bestimmendes Element dieser Welt beschreiben und voila es entsteht das Bild einer Welt, wie sie meine gewesen sein könnte.

Schon tief im letzten Jahr entschied ich mich, einfach die Haare länger wachsen zu lassen. Ich sagte meiner Frisörin, dass sich ab heute etwas ändern würde. Jahrelang ging ich zum Frisör und sagte immer einfach “Fasson”, so wie es mir vor etlichen Jahren, noch in der Studienzeit, mal eine Freundin geraten hatte, nachdem ich ihr gestanden hatte, dass ich kaum eine Ahnung von Frisuren gehabt hatte und nie so richtig wußte, was ich beim Frisör sagen sollte? – Sie stellen einem nämlich immer so viele neugierige Fragen.

Ich hatte mich vorher für mich mit der Dynamik des Alterns beschäftigt und kam zu dem Ergebnis, dass nur das was sich nicht ändert, altern kann. Alles andere wird einfach von Moment zu Moment nur einfach anders. Konkret schien es mir so, dass viele Freunde, die immer dieselben Frisuren haben wirklich älter werden. Als ich das erkannt hatte, wurde mein Leben mal wieder ein wenig glücklicher, da ich ergraute Haare und andere Zeichen der Reife nun als Chance begreifen konnte mich selber zu ändern.

Haarpflegeprodukte sind auch ein idealer Weg mit Frauen über nicht-logische und emotionale Dinge ins Gespräch zu kommen. Vor 2 Wochenenden war ich auch ein paar Tage bei meiner Ex. Ich denke mal, ich bin so ein Typ, von dem jede Ex nie richtig los kommen wird. Aber eigentlich ging es natürlich auch um ihre Tochter, die mich gerne hat und beide freuten sich, mich zu sehen. Ich liebe so Abende, an denen ich mit einer 5-jährigen die “Eiskönigin” sehen kann (u.a. etliche Male den Song “Laß jetzt los!”) und wenn ich sie zu Bett bringe, saust sie wie ein flatternder Schmetterling um mich herum, lacht und lacht und ihre Mutter sagt zu mir leise “sie ist glücklich.”

Am nächsten Morgen probierte die Kleine dann die Haarpflegeprodukte bei mir aus und stylte die Haare nach ihrem Ermessen. Ich weiß jetzt nicht wer dann anrief und fragte, ob “Wolfgang noch da wäre?” Die Mutter erzählte, er läge auf dem Sofa und würde sich von ihrer Tochter die Haare machen lassen …. Sie machte nach dem Satz am Telefon eine Pause in der wohl nichts gesagt worden ist. Wahrscheinlich wurde ich dort von jemanden nicht mehr erwartet. Dann fuhr sie fort “und beide gucken sich Pinocchio im Fernsehen an.” – Das Wochenende ging an mich, auch wenn jetzt wieder der Kontakt kalt gelaufen ist. Ich weiß nicht, warum sie sich nicht mehr meldet, wird wohl so ein “Frauen und ihr Ex-Thema” sein. Aber sie meinte noch, ich wäre so viel jünger geworden durch die Haare. Womit ich meine These vom Anfang bestätigt fand.

Letztes Wochenende sollte dann also wieder ein Männerwochenende werden. Ich fuhr zu einem Freund nach Holland. Natürlich hatte ich dann wieder den Gangster-Look, der mit einem “neue Frisur, Gangster, cool” gewürdigt wurde. Lustigerweise war der nächste Satz danach “wir müssen D***** aus dem Gefängnis holen.” Das ist ein Freund, mit dem wir viel Abends in Holland unternehmen. Die Polizei dort hatte ihn eingesperrt, sie wollten 300 Euro oder einen Monat Arrest. Natürlich fuhren wir hin und lösten ihn aus. Nebenbei ist es ein verdammt cooles Gefühl einen Freund aus dem Gefängnis zu holen. Er freute sich wie ein Schneekönig und das Wochenende wurde dann auch gut und intensiv,- gangsterlike. Es ging bis nach Amsterdam wo mir am Sonntag um 8 Uhr das Gefühl aufkam, was für ein schönes Leben ich doch hätte, einfach mal so um 8 Uhr morgens im Amsterdam zu sein. Dort war eine Psy-Fi-Party mit auserlesenden Gästen am ausklingen und alles sehr sehr abgefahren. Bevor wir nach Amsterdam aufbrachen schmierte ich mir noch ultrahartes Gel in die Haare, wollte eigentlich auf 20’er Jahre letzten Jahrhunderts stylen. Wir fuhren im Cabrio, mitten durch die Nacht mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 160, Limits egal, so verrückt waren wir, und all der Style wurde vom Fahrtwind … na ja es paßte dann um so mehr zu Psy Fi. Vielleicht ist es so, dass das Schicksal mit meinen Haaren verbunden ist? Und alle Haare sind glücklich, dass auch ich das jetzt mal verstanden habe… 😀

So mal einen Artikel über die Sichtweise auf mein Leben aus der Perspektive meiner Haare.

Ich weiß eigentlich gar nicht, wie der Ausspruch, „Über Geschmack läßt sich nicht streiten“, gemeint ist? Bedeutet er, dass jeder seine eigenen Ansichten hat, die zu vergleichen in Anbetracht der Diversität menschlichen Seins sinnlos ist? Oder will man damit sagen, dass es zwecklos ist, bestimmten Leuten über die Eigenarten guten Geschmacks in Kenntnis zu setzen? Mittlerweile denke ich, dass beides richtig ist, es vor allem aber wichtig ist, sich selber Gedanken über seinen Geschmack und seine Vorlieben Gedanken zu machen. So will ich heute etwas über Musikgeschmack schreiben, alleine um mir selbst klar zu machen, was mein Geschmack da ist. Am Ende werde ich es dann lesen können, was rauskam!

Ich beobachte, dass viele Leute, wenn sie über ihren Geschmack reden, Schubladen aufmachen. Da kommen dann Begriffe die verschiedene Musikrichtungen labeln. Häufig grenzen solche Begriffe Aussenstehende aus, die nichts damit anfangen können. Die Begriffe grenzen auch einen selber ein, weil man außerhalb dieses Begriffes sich bald nicht mehr denken kann. Man bekommt einen Tunnelblick. Ich habe in meinem Leben die Erfahrung gemacht, dass es Befreiung bedeutet, sich über Begriffe setzen zu können.

Wenn ich überlege, was gute Musik für mich ausmacht, dann kann ich es auf einen bescheidenen Punkt bringen: sie sollte live gespielt werden. Ja ich liebe Live-Musik. Wenn ich es mir überlege, stellt Musik eine Blaupause des Lebens dar. Oder anders im eigentlichen Sein ist das Leben nichts anderes als Wechsel von Harmonie und Disharmonie, also eigentlich ganz genau: Musik.

Diese These habe ich nicht nur von den alten Pythagoräer, sondern auch aus einem meiner Lieblingsjugendfilme, „Absolute Giganten“.  Musik symbolisiert das Leben und gerade deshalb ist der Gedanke Studioaufnahmen sich anzuhören für mich uninteressant. Livemusik steht eigentlich immer an diesem mystischen Abgrund die Leere mit Harmonie zu füllen und dadurch seine Zuhörer zu verändern und mitzunehmen aus dem kreisendem Gedankenspiel seiner sich selbst bestätigenden Gedanken, was viele häufig auch mit „Realität“ verwechseln.

Real gibt es auf Youtube einige Kanäle, die ich regelmäßig verfolge, weil dort relativ unbekannte Newcomer eben ihre Musik live spielen. Das hat für mich einen schöneren Charme als eine Jukebox in einer Kneipe: per Knopfdruck hast Du dann gleich ein ganzes Abendkonzert! Nicht alle Bands dort finde ich nun „genial“ aber die genialsten der letzten Wochen habe ich dort gefunde. Die Kanäle auf Youtube: KEXP  NPR Music Jam in The Van CD102.5 KCRW.

 

Einer der Filme, die man als Typ immer zuhause haben muß. Haben um ihn einer Frau der Träume zu zeigen und es wird so sein, dass man die nächsten 2-3 Wochen nichts falsch gemacht haben kann, ohne groß etwas selbst gemacht zu haben! 😉 Aber das Gute, den Film kann man sich auch alleine als Typ anschaun…. mal wieder großes Kino und Gelegenheit, um zu träumen.