KeiNe PaNik

Archive for the ‘Filmkritik’ Category

Am Wochenende, jetzt wo ich wieder Internet habe, lud ich mir gut 8 aktuelle Horrorfilme aus 2011 und 2012 herunter. Alle außer einer waren durchwachsen und zum Teil noch nicht einmal so packend, dass ich es bis zum Schluß schaffte sie zu sehen. „Inbred“ aber war wirklich in vielen Bereichen „outstanding“ und wer wirklich wissen will, woher ich die Idee bekommen habe, meine Limonade selber zu machen, der schaue sich mal den Film an.

Am besten schaut man solche Filme an, ohne vorher zu wissen, worum es geht und läßt sich einfach auf die Reise mitnehmen. Der Film ist oft herzig, hat aber Tiefen, die sehr gewaltsam sind, ganz im Kontrast zu seiner oft humorvollen Handlung.

Der verlinkte YouTube-Upload stellt lediglich eine entschärfte Version des Films dar. Empfehlen tue ich, sich den Film anderswo ungeschnitten zu besorgen. Für mich DER Film des Jahres 2012!

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So eine ganz unentdeckte Perle ist Grave Encounters sicherlich nicht mehr. Aber eine gute Idee für einen Filmeabend sicher. Mit weniger Horror als jeder Menge prickelndem Gruselfeeling führt einen auch der 2. Teil durch die dunkle Nacht. Auch in diesem Teil macht der Mix aus Spannung, Gruseleffekten und auch jeder Menge Humor die Mischung, die ebenfalls den 2. Teil kurzweilig werden läßt, – ohne jetzt zu einer Horror-Komödie zu verflachen. Die Story aus dem ersten Teil wird ganz unkonventionell weitergesponnen und die einzelnen Szenen des Filmes stehen kontrastreich nebeneinander, bis wieder alte, grauenhafte Erlebnisse aus dem ersten Teil erneut heraufziehen ….

Fazit: 2. Teil eines guten Films, der es immer sehr viel schwerer haben wird als der 1. Teil etwas gutes zu bringen. Aber der Film scheint diesen Spagat zwischen hohen Erwartungen der Zuschauer und nötiger Innovation zu meistern. Leider schlief ich vor 2 Wochen wie auch heute Morgen beim Gucken ein, sobald der Horrorteil so richtig anfing. Den Film aber in ganzer Länge zu sehen ist auf meiner To-Do-Liste, da die erste Hälfte durchaus einen guten Eindruck hinterlassen hat.

Zombiefilme mag ich eigentlich nicht so sehr. Aber Zombie 108 hab ich mir bestimmt schon 3 Mal angeschaut, was in so fern ungewöhnlich ist, und ich den Film auch hier weiter empfehlen möchte. Natürlich muß man sich den in der Orginalsprache -Mandarin- ohne Untertitel anschaun. Das gibt dem Film das gewisse etwas und man fragt sich die ganze Zeit, was da bloß abgeht? Vorweg muß gesagt werden: der Film greift zum Teil recht tief in die Klischee-Kiste, so wie es nur sehr wenige westliche Filme wagen. Aber das liebe ich an asiatischen Filmen: naiv unschuldig und dabei so trashig-verdorben! Schön gemacht ist der permanente Wechsel der Atmosphäre und der Stimmungslage des Films. Mal ist er komisch, dann tragisch, dann wieder gewaltverherrlichend und wie viele Filme aus Asien auch mal romantisch um dann wieder unterirdisch-grottige Höhepunkte zu ersteigen. Der Film ist sicher nicht für jeden gemacht, aber einer von denen, die man bis zur letzten Minute anschaut und sich fragt, was jetzt noch alles kommen mag? Fazit: guter B-Movie, aber Achtung: Gewalt gegen Frauen und Sexualität!

Eigentlich sind sublime Botschaften in Werbung und Fernsehen streng formal nicht bewußt wahrnehmbar. Aber ich benutze einfach mal den Ausdruck um etwas zu beschreiben, was ich bei verschiedenen Horrorfilmen beobachtet habe: Wenn es spannend sein soll, dann werden zu der Szene nicht nur Geräusche und Musik eingeblendet, die einem Angst machen sollen, sondern auch beliebte Handy-Töne und auch der Skype-Du-Hast-Eine-Botschaft-Ton.

Diese Tone nimmt man erst nicht bewußt war, aber wenn man auf die Töne konditioniert ist, dann wird einem komisch, man wird nervös und weiß nicht warum. Unbewußt denkt man, man müßte ans Telefon oder bei Skype schauen. Bewußt denkt man, das hat mit dem Horrorfilm zu tun. Aber es ist einfach nur ein Trick, um mehr Aufmerksamkeit zu erlangen.

Ein guter Film erfüllt viele Erwartungen beim Sehen letztlich nicht. – Ein schlechter erfüllt die Klischees seiner Zuseher von der ersten Sekunde an.

Manche Filme sind so gut, dass man sie nicht nur als Raubkopie haben will. Deshalb heute in Holland in den DVD-Shops einkaufen gewesen. Was waren die Käufe?

The Woman von Lucky McKee – unkonventioneller Horrorfilm im dem ein zivilisiert-scheinender Familienvater eine wilde Waldfrau fängt, im Keller ankettet, um ihr die Zivilisation nahe zu bringen. Am Ende kommt alles anders und Licht und Schatten werden relativ. Filmisch und schauspielerisch ein Top!

Battle: Los Angeles – gut gemachter Aktionfilm. Man ist gebannt vom ersten Augenblick an. Handlung: gute Marines gegen erzböse Aliens. Wohlmeinende Kritiker sprechen lediglich von einem Werbefilm für die US-Marines. Ansonsten wurde der Film überall zerrissen, was aber auch für einen Film sprechen kann. Man schaue mal in die Regale: überall findet man den. Habe mir jetzt die englische Version geholt. Aber die Deutsche bringt es hier sogar auch. Ist wie bei Filmen mit John Wayne: die trockenen Sprüche des richtigen Mannes am falschen Ort machen eigentlich den Film aus, neben vielen guten Spezialeffekten.

Hobo with a Shotgun – Wenn man so will der neuste Teil der „Grindhouse-Reihe“. Allerdings nicht von Robert Rodriguez und Quentin Tarantino, sondern eine kanadische Produktion von Jason Eisener. Der Film baut aber auf einem der „Grindhouse-Fake-Trailer“ auf und geizt nicht mit üppigen, meist pfiffig verpackten Gewaltdarstellungen. Das ganze ist durchaus gesellschaftskritisch zu nehmen und die comic-artige Verpackung des Filmes täuscht oft. Der Film hat erheblich mehr Tiefgang als die oberflächliche Gewalt einem vielleicht erst meinen läßt. Erzählt wird die Geschichte eines Obdachlosen (Hobo … = amerikanischer Wanderarbeiter ohne Wohnung), der an der Straßengewalt einer Stadt – jedoch nicht ohne sich zu wehren ( … with a Shotgun) – am Ende zerbricht.

Rubber – Ja der Film mit Robert dem Autoreifen! Mein Gott, haben wir gelacht, als ich den das erste Mal sah! Den muß man aber schauen, ohne vorher zu wissen, um was es geht …