KeiNe PaNik

Wie rassistisch ist Essen bei KFC?

Posted on: November 17, 2014

Gestern war der Tag, an dem ich mir einen meiner kleinen Wünsche erfüllte. Da meine Autobatterie recht schwach nur noch ist, wollte ich einfach nur mal los fahren, um sie wieder aufzuladen. In einer Großstadt fährt man nicht mehr viel Auto. Also war ein Sonntagsausflug angezeigt.

Seit den “Rassenunruhen” diesen Jahres in Ferguson wußte ich, dass man in den USA Dunkelhäutige nicht in Verbindung bringen sollte mit Wassermelonen und KFC, gemeint ist dieses hähnchenverarbeitende Fast-Food-Restaurant “Kentucky Fried Chicken”. – Das könnte ebenfalls zu Ausschreitungen führen. Zumindestens in den USA.

Gut, ich finde solche Klischees immer sehr interessant. Über die Wassermelonen fand ich, dass diese zu Zeiten der Sklaverei immer gerne von den Sklaven gegessen worden sind. Sind groß, löschen Durst und eine ganze Familie kann es sich schmecken lassen. Ich persönlich mag ja auch Wassermelonen.

Was es mit “Kentucky Fried Chicken” auf sich hatte war auch schnell gefunden. Überproportional viele Dunkelhäutige essen dort in den Staaten. Zu mindestens will es so das Klischee. Zu klären wäre aber, warum nicht “Burger King”, “Mc Donald’s”, “Subway” oder eines der vielen bestimmt in Europa unbekannten Fast-Food-Paradiese?

Als ich das erste mal dort war, ich aß mit gestern insgesamt nur 3-mal in einem KFC, fand ich aber das Essen dort so widerlich, dass ich gut 3 Jahre nicht mehr so ein Lokal betreten hatte. Man kann eigentlich nicht viel beim Burger und noch weniger bei Hähnchen falsch machen. Aber das damals ging gar nicht! Schmeckte schlimmer als Pappe und war viel zu viel und eklig, um es zuende zu essen. Und ich mag es nicht, Essen wegzuschmeißen. Das ist einer der wenigen Punkte, bei denen ich moralisch bin. Das zweite Mal bei KFC, als ich dachte, das erste Erlebnis wäre sicher nur ein schlechter Tag des Burgerbraters dort gewesen, war 3 Jahre später und es war ehrlich gesagt ähnlich enttäuschend.

Ich war früher ein großer Fast-Food-Freund. Ich dachte, wenn man schon im 21. Jahrhundert lebt, dann auch so wie im 21. Jahrhundert. Heute bin ich übrigens ein Gastronomie-Nihilist geworden. Ich finde es herzzerbrechend irgendwo essen zu gehen. Lasse Köche kommen und fragte sie rein rhetorisch, ob sie die Kartoffeln, Gemüse auch selber zubereitet hätten oder ob es reines Convenient-Food wäre? Sollten mal mehr Leute machen und die Antworten lassen einen zu denken geben. Eine Tiefkühltütte Gemüse kann ich auch zuhause warm machen. Entsprechend kochen Gastronomie-Nihilisten gerne zuhause und freuen sich über das Geld, das sie dabei sparen.

Ich konnte mich aber gestern nicht dazu motivieren meine Autobatterie einfach so aufzuladen. Irgendwie ein Shopping-Event sollte damit schon verknüpft sein. Gestern war Sonntag, nur Gastronomie war offen. Und na ja: ich wollte es noch mal mit KFC wissen. War das Essen dort wirklich so schlecht?

Ich nahm mir vor einen Salat dort zu kaufen und, besonders gespannt war ich auf die Chilli-Cheese-Pommes. Ich entschloß mich bewußt zu Nischenprodukten, da ich wußte, dass die Burger dort nicht eßbar waren. Pommes und Salat gab es sogar in dem KFC. Das ist heute nicht selbstverständlich, das es die beworbenen Produkte auch wirklich im Laden gibt, und das ein Pluspunkt. Die Angestellte an der Kasse war …. dunkelhäutig. Aber die einzige in dem Laden. Sie war sehr freundlich und nett. Obwohl ich selber gestern nicht in charmanter Stimmung war, sondern eher mich über ein wenig Nettigkeit freute, wie ein trockener Schwamm über ein, zwei Tropfen Wasser.

Pommes und Salat schienen riesiggroß in den Boxen zu sein. Ich hatte eine ganze Tüte in der Hand. Kosten ca 8 Euro. Die Pommes waren so viel, dass ich danach schon satt war, obwohl die unter “Beilagen” dort laufen. So schlecht schmeckten die übrigens nicht. Bloß irgendwie zu viel. Viel zu viel. Der Salat bestand aus … Salat, die Soße war aber so dick und schwer, dass auch er sehr schwer im Magen lag. Immerhin waren keine künstlichen Aromen in der Soße.

Mein Magen war so voll, dass ich mir danach nicht mehr normal vorkam. Aus altem Tabak rollte ich mir noch mal eine Zigarette. Ich rauche eigentlich sonst nur ab einem Promille oder vielleicht auch 1.5 Promille. Trinke aber auch nicht mehr viel. Aber gestern mußte ich einfach das schreckliche Gefühl nach dem Salat mit dem schrecklichen Gefühl nach einer Zigarette übertünchen. Hätte ich Alkohol gehabt, hätte ich sicher auch zugegriffen. Noch am Abend war ich satt davon.

Fazit: KFC kann ich nicht empfehlen, auch wenn die Bedienung nett war. – Die ist sicher auch ohne den Laden und das Essen nett. Auch wenn es in den USA vielen Dunkelhäutigen dort besser schmeckt als mir, ist es natürlich eine Beleidigung dieses Essen auf eine Hautfarbe beziehen zu wollen. Es ist billig, energiereich und viel eher ein soziales Phänomen als nun eine Besonderheit des Phänotyps.

Nächstes Jahr wollte ich Thailand besuchen. Dort soll die Gastronomie sehr viel besser und bunter sein als die in Deutschland. Da freue ich mich schon drauf. Mit der deutschen Eßkultur bin ich erst einmal fertig.

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