KeiNe PaNik

Archive for August 2014

Ein Film ist nicht das, was er für einen ist, ohne die Erwartungen, Einstellungen seiner Zuschauer. Gestern habe ich den aktuellen Film „Lucy“ gesehen, alleine. Eigentlich war ja ein netter Nachmittag mit einem leichten Frauenfilm und danach einem Cocktail geplant. Das war das, was ich erleben wollte. Aber sie sagte ab, machte etwas mit der Familie. Hat Kind, Mann und die Schwester kam dann plötzlich zu Besuch. War eben nicht der Moment für ein Ich-fühl-mich-den-ganzen-Tag-gut-Kompliment, mit denen ich die Welt verschönere.

Bin dann natürlich nicht alleine ins Kino gegangen, sondern hab mir den Film gemütlich im Onlinestream angeschaut. Das mache ich manchmal, um bei vielen aktuellen Filmen nach 20 Minuten einfach auszumachen. Ich mag Filme, die einen vom ersten Moment an faszinieren und einen mit langweiligen Typenvorstellungen verschonen. Der typische us-amerikanische Horrorfilm bringt erst mal 30 Minuten ein langweiliges Spießerportrait, mit dem man sich wohl identifizieren soll. Die dunklen Kräfte oder Klischee-Psychopathen, die diese vermeintliche Idylle dann zerstören, – ich empfinde die dann schon meist als die Nice-Guys, in der Hoffnung das Niveau des Films würde nun ein wenig steigen.

„Lucy“ verschont einen mit langatmigen Szenen und treibt den Zuschauer direkt vor sich her, mit der Frage, was für einen Film er denn gerade schauen würde? Er ist wohl eine Mischung aus Aktion, Komödie, Horror und philosophischem Anspruch. Allen diesen Aspekten gerecht zu werden, das ist in nur einem Film völlig unmöglich. Deshalb schafft er es auch nicht, zu den Top-Filmen zu gehören, – ABER: es hat Spaß gemacht, sich durch die turbulente Story zu sehen. Und darum geht es, alles nur Unterhaltung. Besonders gefällt es mir, dass der Film durchaus lustig ist und eine gute Austrahlung hat, ohne jetzt anstrengend lustig, wie viele reine Komödien, zu werden. Statt dessen auch mal ein wenig Aktion, dass man auch manchmal einen Spin zum reinen Gewaltfilm erwartet und am Ende sehr viel psychedelischer Lebensphilosophie, die eigentlich das Sahnehäubchen darstellt. In Anbetracht einer über weite Strecken latenten Erwartungshaltung wie „Oh Gott eine Blondine wird 100% ihres Gehirns nutzen … *OMG*“ wahrlich ein überraschendes Happy-End. Das Film ist durchaus cool und wurde nicht von Spießern für Spießer gemacht. – Lucy in the Sky with Diamonds. 😉 Übrigens in der deutschen Synchro gesehen.

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Kalt! – So ist das Gefühl, wenn der Sommer plötzlich erlischt. Zum Ende des Sommers paßt ganz gut meine neue Lieblingsmusik. Kalte, synthetische Klangwelten:

Mir gefällt daran, dass sie kalt, synthetisch und völlig umsonst ist. Interessant für mich: früher habe ich diese Musik völlig monoton und uninteressant gefunden. Aber sie hat durchaus ihren Reiz. Sie ist Gebrauchsmusik für Party, Zwischendurch und das Autofahren. Ein Freund meinte, diese Musik wäre geradezu ideal eine musikalische Mauer zwischen Innerem des Autos und Außenwelt zu ziehen. Während verärgerte Bürger nur das Gehämmer der Bässe mitbekommen, kann man als Privilegierter im teuren, rabenschwarzem Sportwagen die feine Sphärenmusik genießen. Das ist schon wirklich cool, auch den Hass der Außenwäldler hinter den Scheiben wie in einem Aquarium zu erleben. Ich glaube, das ist auch der Grund, warum viele beim Autofahren die Bässe voll aufdrehen.

Übernächstes Wochenende geht es noch einmal auf ein Festival. Diesmal Holland. Großes Ding, 15000 Karten sind dafür verkauft worden. Für mich schon fast verpflichtend da hinzufahren, einfach weil wirklich alle dahin fahren, die ich aus der Partyszene kenne. Sicher nicht so cool und abgefahren wie das Ding in der Mitternachtssonne am Polarkreis. Aber man darf die Niederländer nicht unterschätzen. Die machen auch geniale Parties, vielleicht sogar auch in der früh-herbstlichen, kalten Dunkelheit und bei Regen? Ich hoffe, komme bis dahin gesundheitlich klar. Weiß nicht, ob es nur der Weisheitszahn ist, oder eine beginnende Erkältung? Zumindestens nervt die Backe, auch Nachts, so wie auch die Arbeit, zu der ich morgens wie ein Zombie hintorkele und Abends völlig baff und müde wiederkomme. Gehe mal jetzt einfach schlafen.

Irgendwie nerven mich diese 3 Worte immer dann, wenn ich mal eben einen Artikel hier schreiben will.

Was ist während dessen passiert? Eine Woche Urlaub habe ich glücklich hinter mich gebracht. Nach meinem Cool-Urlaub nach Norwegen war die letzte Woche jedoch ziemlich uncool. Lernte ein neues Wort, was es ein wenig präziser auf den Punkt bringt als viele Wörter von mir, die sich letztlich um wahrlich gar nichts … nichts … drehen. Der Begriff lautet „Slacker“.

Vielleicht war es auch eine Woche wie im Gefängnis, in denen man sich auch Gedanken machen konnte, was im eigenen Leben nicht richtig läuft? Die Woche hatte ich ja eigentlich wegen der EX am Anfang des Jahres schon geplant. Zum einen läßt das einen nachdenklich werden über die Qualität seiner Beziehungen. Im Nachhinein scheint es mir jetzt, dass ich einfach nicht von meinen ideellen Vorstellungen Abschied nehmen wollte. Real gesehen habe ich stets unstete Beziehungen, die chaotisch und nicht berechenbar ablaufen. Aus diesem Grund habe ich auch meist schönere Erfahrungen als andere Menschen, die ihren Urlaub schon monatelang vorher planen. Freude kann immer nur spontan entstehen. Ich meine wirkliche Freude und nicht das wohltemperierte Gegenstück dazu, welches man vielleicht „bürgerliche Freude“ nennen kann. Ist eigentlich ein großes Problem, dass in einer Gesellschaft dieselben Wörter für völlig unterschiedliche Sachen gebraucht werden.

Es nervte mich immer an meiner Arbeit, dass die immer schon für das gesamte Jahr eine „Urlaubsplanung“ haben wollten. Jetzt auch schon wieder für 2015. Was weiß ich, was ich 2015 machen will? Und das schlimme, neben der nervigen Arbeit gewinnt der Urlaub durch diesen Planungsstress ebenfalls eine gehörige Nerv-Note. Besser wäre es den Urlaub kurzfristig absprechen zu können, was ja auch real so lief, aber diese Woche mußte ich letztes Jahr schon nehmen, da sonst die Frau, die den Urlaubsplan macht, sich totgezickt hätte. Letzte Woche kam auch wie man es nicht ahnt, auch schon das erste Schreiben per Email von diesem Menschen, schon jetzt die Urlaubswünsche für 2015 zu äußern. Gut, diesmal konnte ich es gedankenverloren löschen, da ich 2015 nicht mehr da arbeiten werde.

Neben dem Aspekt der sprunghaften Beziehungen, der ja im Grunde etwas sehr schönes ist, gesellte sich der Ausblick eine Arbeit zu haben, die mit dieser Form von Beziehungen inkompatibel ist. Das ist so eine Gesellschaft-versus-Individuum-Problematik. Die Gesellschaft besteht aus Typen, die Urlaubspläne für das nächste Jahr machen, diplomatisch wie der deutsche Außenminister sich durch das Schlachtfeld Partnerschaft larvieren, gerne Floskeln wie „man sollte“ „man müßte doch“ benutzen und sich permanent einreden, sie wären glücklich. Leute wie ich bedrohen dann die Fundamente ihrer Weltsicht, denn eigentlich gibt es nur sehr wenig im Leben, was „man“ wirklich „machen muß“. Ich denke eigentlich nur das Sterben. Sterben tun wir alle einmal. Alles andere sind gesellschaftliche Gebote, die eigentlich nur wenigen nützen und vielen nur Begrenzungen auferlegen. Komischerweise reagieren diese, die durch ihre Normen eigentlich nur betrogen werden, dann auch am ärgerlichsten, wenn man sie auf den hohen Quatsch-Wert ihrer Lebensmaßstäbe hinweist. Also ich hab das jetzt schon aufgegeben. Die Tragik ist aber, dass eben spontane Sachen weniger möglich sind, als in Kontexten, wo man einfach mal sagen kann, nächsten Monat hätte ich gerne mal 2 Wochen frei.

Na gut. Neulich sah ich in der Stadt Plakate. Es ging um eine Ausstellung über einen ollen König, der mal vor hunderten von Jahren hier sein Ding trieb. Eigentlich war aber nur ein Bild von ihm und der Slogan „Zu Befehl Majestät!“ zu sehen. Also, wahrscheinlich war ich der einzige, der sich an solchen Sachen störte und es kann doch nur so sein, das die meisten dieser Stadtbewohner innerlich noch tief im Absolutismus stecken, was vieles erklärbar machen würde. Also auch diesbezüglich ein Grund die Dinge mal wieder sich ändern zu lassen.

Zurück vom Polarkreis. Zelten dort mit 24 Stunden am Tag Sommer: super! Ich könnte Absätze drüber schreiben und immer noch das Gefühl haben, ein Kapitel dann noch dran hängen zu müssen. Ich entschied mich aber, diese Erinnerungen in meine Lebenserinnerungen vielleicht einmal einfließen zu lassen. „Meine Reise ins Ich.“

Wieder zurück in der städtischen Lebenswelt fällt es einem natürlich um so mehr auf, dass man in einer Umgebung lebt, die nur menschen- nicht gotterschaffen ist. Es ist wirklich so in Nordnorwegen bei der gigantischen Natur: außerhalb des Zeltes hatte ich das schönste Wohnzimmer auf dieser Welt und Natur, die das Göttliche erahnen läßt, ja man kommt selber dahin zurück seine eigene Göttlichkeit entdecken zu dürfen. Hier in der Großstadt leben die Leute in Wohnungen mit Fenstern, die eigentlich von außen eher wie Aquarien wirken. Hier macht einen alles kleiner, als man wirklich ist.

Dementsprechend ging es mir die letzten Tage schlecht. Auf der Arbeit haben ein paar 40’er-Plus-Frauen mich beim Chef angeschwärzt, dass ich ein wenig zu spät gekommen wäre. Das machen die immer, wenn sie unter meinen Launen zu sehr leiden müssen. Gekündigt hab ich da schon eh und der Chef ging auch nicht voll drauf ein. Eher nach dem Motto: arbeiten sie noch mit und dann bekommen sie auch noch mal Weihnachtsgeld. Ok eigentlich nicht schlimm, aber irgendwie auch nicht notwendig. Dementsprechend bekommen diese 40-Plus-Frauen von mir immer noch unverändert Demütigungen und subtile Gemeinheiten zu spüren. Es gibt nichts, was ich so hasse, wie Denunzianten.

Das fiel zusammen mit dem Ereignis, dass ich meine EX jetzt entgültig aus meinem Herzen gestrichen habe. So viel haben wir probiert, um einfach nur Freunde zu sein und immer am Ende fühle ich mich schlecht dabei.  Alle meine Freunde, die Alphas sind, lagen mir deutlich in den Ohren, sie sausen zu lassen. Sie tauge nichts und ich hätte besseres verdient, als so eine.

Habe mich zuletzt dadrüber aufgeregt, dass sie mich zu einem Konzert nach Amsterdam eingeladen hat. Als wir die Karten hatten, meinte sie, dass sie das Wochenende mit einer Freundin dort sein würde, und ich nur zum Konzert kommen sollte. Ich ging davon aus, das gesamte Wochenende mit ihr dort zu sein. Jetzt kann sie alleine zum Konzert gehen. Ich mach mich da doch nicht zum Trottel, den man 5 Stunden über die Autobahn als Konzertbegleitung herbeipfeifen kann.

Zuvor: Geburtstag von der Tochter. Hatte ein Prinzessinnenkleid und eine Musik-CD mit Remixes aus Frozen mit der Eiskönnigin zusammengestellt. Wäre sicher toll geworden. Kurz bevor ich aufbrechen wollte: SMS, „Wolfgang aus der Party wird nichts, vielleicht ein andern mal.“ Davon war ich schon sauer.

Dann zu meinem Geburtstag Knutschbilder auf Facebook mit dem vermeintlichen Neuen, den sie direkt nach unserem letzten gemeinsamen Wochenende rekrutierte und Anrufe, SMS von mir seit dem ignorierte. Ätzend! Der Typ (war der, den ich mal vor wenigen Beiträgen beschrieb) ist jetzt auch wieder passe. Deshalb wohl der Versuch mich nach Amsterdam zu locken, weil das einfach eine Stadt ist, in der ich gerne bin.

Aber im Endeffekt ständige Demütigungen und Enttäuschungen. Solche Leute, sollte man im Leben links liegen lassen. Meine Freunde legten mir ans Herz, jeden Kontakt jetzt kommentarlos zu unterlassen, sie völlig zu ignorieren. Auch wenn das sie wohl anscheinend an macht. Aber letztlich ist eine Frau zu finden, die einen Mann zum Trottel macht, nicht wirklich ein sehr guter Schritt in eine glückliche Zukunft. Auch wenn da immer permanent ein „sie wird sich ändern“ im Kopf spielte. Das ist meist eine Illusion.

So gesehen, die letzten Tage das lonley-wolf-feeling. Aber so schlecht war das gar nicht. Habe jetzt 2 Telefonnummern, die ich zum Wochenende anrufen müsste. Beides Frauen, die so mein Typ sind. Einmal Familie aus Kurdistan, dann aus dem Libanon. Beide nicht-religiös. Das ganze Generve mit der EX hatte mir echt den Blick für diese beiden neuen Ausblicke versperrt. Und ich mag Latinas. Echt komisch, wie so das Leben manchmal läuft? Was will mir das Leben damit sagen?