KeiNe PaNik

Archive for Juni 2014

Ok, habe ein inspiratives Tief und bin die Woche auch mehr als down. Kein Grund für mich aber mal etwas nicht zu tun. So habe ich heute für meine Facebook-Seite dieses Video erstellt. Paßt auch hier in die Blogthematik. Ich fand es lustig das zu machen und hebt ein wenig die Stimmung. Mit einem guten Smoothie im Magen kann das Leben doch wirklich nicht mehr so bitter sein.

Um zu einem Punkt in der Welt zu kommen, kann man am besten die Welt versuchen über einen Standpunkt aus zu betrachten. Ich will nun meine Haare als bestimmendes Element dieser Welt beschreiben und voila es entsteht das Bild einer Welt, wie sie meine gewesen sein könnte.

Schon tief im letzten Jahr entschied ich mich, einfach die Haare länger wachsen zu lassen. Ich sagte meiner Frisörin, dass sich ab heute etwas ändern würde. Jahrelang ging ich zum Frisör und sagte immer einfach “Fasson”, so wie es mir vor etlichen Jahren, noch in der Studienzeit, mal eine Freundin geraten hatte, nachdem ich ihr gestanden hatte, dass ich kaum eine Ahnung von Frisuren gehabt hatte und nie so richtig wußte, was ich beim Frisör sagen sollte? – Sie stellen einem nämlich immer so viele neugierige Fragen.

Ich hatte mich vorher für mich mit der Dynamik des Alterns beschäftigt und kam zu dem Ergebnis, dass nur das was sich nicht ändert, altern kann. Alles andere wird einfach von Moment zu Moment nur einfach anders. Konkret schien es mir so, dass viele Freunde, die immer dieselben Frisuren haben wirklich älter werden. Als ich das erkannt hatte, wurde mein Leben mal wieder ein wenig glücklicher, da ich ergraute Haare und andere Zeichen der Reife nun als Chance begreifen konnte mich selber zu ändern.

Haarpflegeprodukte sind auch ein idealer Weg mit Frauen über nicht-logische und emotionale Dinge ins Gespräch zu kommen. Vor 2 Wochenenden war ich auch ein paar Tage bei meiner Ex. Ich denke mal, ich bin so ein Typ, von dem jede Ex nie richtig los kommen wird. Aber eigentlich ging es natürlich auch um ihre Tochter, die mich gerne hat und beide freuten sich, mich zu sehen. Ich liebe so Abende, an denen ich mit einer 5-jährigen die “Eiskönigin” sehen kann (u.a. etliche Male den Song “Laß jetzt los!”) und wenn ich sie zu Bett bringe, saust sie wie ein flatternder Schmetterling um mich herum, lacht und lacht und ihre Mutter sagt zu mir leise “sie ist glücklich.”

Am nächsten Morgen probierte die Kleine dann die Haarpflegeprodukte bei mir aus und stylte die Haare nach ihrem Ermessen. Ich weiß jetzt nicht wer dann anrief und fragte, ob “Wolfgang noch da wäre?” Die Mutter erzählte, er läge auf dem Sofa und würde sich von ihrer Tochter die Haare machen lassen …. Sie machte nach dem Satz am Telefon eine Pause in der wohl nichts gesagt worden ist. Wahrscheinlich wurde ich dort von jemanden nicht mehr erwartet. Dann fuhr sie fort “und beide gucken sich Pinocchio im Fernsehen an.” – Das Wochenende ging an mich, auch wenn jetzt wieder der Kontakt kalt gelaufen ist. Ich weiß nicht, warum sie sich nicht mehr meldet, wird wohl so ein “Frauen und ihr Ex-Thema” sein. Aber sie meinte noch, ich wäre so viel jünger geworden durch die Haare. Womit ich meine These vom Anfang bestätigt fand.

Letztes Wochenende sollte dann also wieder ein Männerwochenende werden. Ich fuhr zu einem Freund nach Holland. Natürlich hatte ich dann wieder den Gangster-Look, der mit einem “neue Frisur, Gangster, cool” gewürdigt wurde. Lustigerweise war der nächste Satz danach “wir müssen D***** aus dem Gefängnis holen.” Das ist ein Freund, mit dem wir viel Abends in Holland unternehmen. Die Polizei dort hatte ihn eingesperrt, sie wollten 300 Euro oder einen Monat Arrest. Natürlich fuhren wir hin und lösten ihn aus. Nebenbei ist es ein verdammt cooles Gefühl einen Freund aus dem Gefängnis zu holen. Er freute sich wie ein Schneekönig und das Wochenende wurde dann auch gut und intensiv,- gangsterlike. Es ging bis nach Amsterdam wo mir am Sonntag um 8 Uhr das Gefühl aufkam, was für ein schönes Leben ich doch hätte, einfach mal so um 8 Uhr morgens im Amsterdam zu sein. Dort war eine Psy-Fi-Party mit auserlesenden Gästen am ausklingen und alles sehr sehr abgefahren. Bevor wir nach Amsterdam aufbrachen schmierte ich mir noch ultrahartes Gel in die Haare, wollte eigentlich auf 20’er Jahre letzten Jahrhunderts stylen. Wir fuhren im Cabrio, mitten durch die Nacht mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 160, Limits egal, so verrückt waren wir, und all der Style wurde vom Fahrtwind … na ja es paßte dann um so mehr zu Psy Fi. Vielleicht ist es so, dass das Schicksal mit meinen Haaren verbunden ist? Und alle Haare sind glücklich, dass auch ich das jetzt mal verstanden habe… 😀

So mal einen Artikel über die Sichtweise auf mein Leben aus der Perspektive meiner Haare.