KeiNe PaNik

Archive for April 2014

Ich weiß eigentlich gar nicht, wie der Ausspruch, „Über Geschmack läßt sich nicht streiten“, gemeint ist? Bedeutet er, dass jeder seine eigenen Ansichten hat, die zu vergleichen in Anbetracht der Diversität menschlichen Seins sinnlos ist? Oder will man damit sagen, dass es zwecklos ist, bestimmten Leuten über die Eigenarten guten Geschmacks in Kenntnis zu setzen? Mittlerweile denke ich, dass beides richtig ist, es vor allem aber wichtig ist, sich selber Gedanken über seinen Geschmack und seine Vorlieben Gedanken zu machen. So will ich heute etwas über Musikgeschmack schreiben, alleine um mir selbst klar zu machen, was mein Geschmack da ist. Am Ende werde ich es dann lesen können, was rauskam!

Ich beobachte, dass viele Leute, wenn sie über ihren Geschmack reden, Schubladen aufmachen. Da kommen dann Begriffe die verschiedene Musikrichtungen labeln. Häufig grenzen solche Begriffe Aussenstehende aus, die nichts damit anfangen können. Die Begriffe grenzen auch einen selber ein, weil man außerhalb dieses Begriffes sich bald nicht mehr denken kann. Man bekommt einen Tunnelblick. Ich habe in meinem Leben die Erfahrung gemacht, dass es Befreiung bedeutet, sich über Begriffe setzen zu können.

Wenn ich überlege, was gute Musik für mich ausmacht, dann kann ich es auf einen bescheidenen Punkt bringen: sie sollte live gespielt werden. Ja ich liebe Live-Musik. Wenn ich es mir überlege, stellt Musik eine Blaupause des Lebens dar. Oder anders im eigentlichen Sein ist das Leben nichts anderes als Wechsel von Harmonie und Disharmonie, also eigentlich ganz genau: Musik.

Diese These habe ich nicht nur von den alten Pythagoräer, sondern auch aus einem meiner Lieblingsjugendfilme, „Absolute Giganten“.  Musik symbolisiert das Leben und gerade deshalb ist der Gedanke Studioaufnahmen sich anzuhören für mich uninteressant. Livemusik steht eigentlich immer an diesem mystischen Abgrund die Leere mit Harmonie zu füllen und dadurch seine Zuhörer zu verändern und mitzunehmen aus dem kreisendem Gedankenspiel seiner sich selbst bestätigenden Gedanken, was viele häufig auch mit „Realität“ verwechseln.

Real gibt es auf Youtube einige Kanäle, die ich regelmäßig verfolge, weil dort relativ unbekannte Newcomer eben ihre Musik live spielen. Das hat für mich einen schöneren Charme als eine Jukebox in einer Kneipe: per Knopfdruck hast Du dann gleich ein ganzes Abendkonzert! Nicht alle Bands dort finde ich nun „genial“ aber die genialsten der letzten Wochen habe ich dort gefunde. Die Kanäle auf Youtube: KEXP  NPR Music Jam in The Van CD102.5 KCRW.

 

Einer der Filme, die man als Typ immer zuhause haben muß. Haben um ihn einer Frau der Träume zu zeigen und es wird so sein, dass man die nächsten 2-3 Wochen nichts falsch gemacht haben kann, ohne groß etwas selbst gemacht zu haben! 😉 Aber das Gute, den Film kann man sich auch alleine als Typ anschaun…. mal wieder großes Kino und Gelegenheit, um zu träumen.

Eine der schlimmsten Fragen, die eine Frau einen Mann stellen kann ist, ob er sie zu dick fände! Eigentlich egal, was man antwortet, man kann nur falsches sagen.  – Mekong-Delta-Situation! Heute habe ich aber die Situation, zum wirklich ersten Mal in meinem Leben, souverän gemeistert. Natürlich nutzt man diese Gelegenheit ihr zu sagen, dass man sie „wunderschön“ fände. Dann stilistische Pause. Nun lächeln und weiter sagt man, dass man aber Angst hätte, wenn man selber zunähme, selbst nicht mehr so schön zu sein, wie sie!

Das rettete die Situation und der Trick ist einfach, nicht leugnen zu wollen, dass sie vielleicht zu dick wäre. Da sind Frauen häufig selber felsenfest von überzeugt, auch wenn das mit männlicher Logik nicht nach zu vollziehen ist. Aber man sagt ihr eben in einer netten Form, dass man ähnliche Ängste hat, sie aber so wie sie ist (wichtig!) völlig in Ordnung zu finden.

Obwohl es stark und oft regnet, bin ich in Frühlingslaune. Ich habe so ein „Jeden Tag einer schönen Frau ein schönes Wort!“-Programm gestartet. Zum einen hebt einen das selber ein wenig aus dem Depri-Sumpf. In den letzten Monaten habe ich erlebt, was schrecklicher ist als wenn sich keiner für dich interessiert! Schlimmer ist, Du kommst in eine Bar oder einen gesellschaftlichen Kreis und genau die falschen Frauen schicken Dir Signale, angesprochen zu werden. DAS ist schlimmer als wirklich einsam zu sein, weil Einsamkeit besser zu ertragen ist, als falsche Gesellschaft, in der man sich nur alt fühlt.

Zum anderen ist so ein „Jeden Tag einer schönen Frau ein schönes Wort!“-Programm sicher auch vom allgemeinen Nutzen, weil man Menschen Dinge sagt, über die sie sich sicher noch am Ende des Tages freuen. Also man tut auch was für die Allgemeinheit, baut gesellschaftlichen Stress ab.

Trotzdem war ich nach der Arbeit mal wieder mit den Nerven fertig. Aber immerhin habe ich es in einen Shop geschafft und habe 5 Konsolenspiele für die alte Xbox 360 gekauft. War irgendwie lustig, wie sich zwei kleine Kids über mich unterhalten haben: „Boah 3 DVDs (Hangover I, II und 3) und so viele Spiele! Voll der Gamer! Jetzt schiebt er locker 150 Euro über den Tisch …“  Ich meinte nur locker zu den Jungs, dass die Spiele doch im Preis runtergesetzt gewesen wären.

Ein anderes war auch Frauen vor Haarpflegeprodukten im Supermarkt anzusprechen, welches Haargel für einen selber das richtige wäre. Ich habe jetzt längere Haare mir wachsen lassen und damit es nicht so buschig aussieht, will ich sie wie ein Mafioso nach hinten gelen. Vor Haarpflegeprodukten stehen immer viele Frauen und man kann sich die schönste aussuchen und der Ansprechtrick klappt eigentlich immer sich näher kennen zu lernen.

So jetzt hab ich die Haare frisch gegelt und überlege, welches von den Games ich als erstes spiele? Ist ein gutes Gefühl sich so zu fühlen, als würde man bald ein Buch schreiben können „Lebe Dein Leben!“. Es ist so einfach, man muß nur so von Selbstvertrauen strotzen, dann klappt alles. Ich würde das Buch verkaufen, Seminare für Leute geben, die wie ich werden wollen und davon locker leben. Den Rest der Tage vor Haarpflegeprodukten im Supermarkt auf Fang zu gehen und na ja … jetzt mal mit den Games anzufangen! 🙂

 

„Pusher“ ist eine frühe Filmtrilogie von Nicolas Winding Refn. Später drehte Refn auch den Film „Valhalla Rising“, mit dem er sich das Prädikat „outstanding“ bei mir erwarb. Kino weit ab des Mainstreams. Pusher hatte ich bisher nie ganz geschaut, da ich nur Filme in Dänish ohne Untertitel hatte. Bei YouTube fand ich jetzt deutsche Synchronisationen. Wer weiß, wie ich Synchros gegenüber kritisch stehe, wird sich jetzt vielleicht wundern: ich fand die synchronisierten Filme alle einfach genial. Refn ist ein guter Regisseur, der Kino auf die leere LCD-Wand bringt, so wie ich es mag: zynisch, kalt aber auch irgendwie immer ein wenig herzlich.

 

Nebenbei habe ich mir begeistert nach der Trilogie (die ich natürlich auch gleich als DVD bestellte) auch den neusten Refn-Film „Only God forgives“ angeschaut. … In meinen Augen hebt sich Nicolas Winding Refn gegenüber Lars von Trier um Längen hervor, wenn man sich die Frage stellt: welcher dänische Regisseur ist der kreativere? Wobei mir die Filme von beiden immer dieses tolle Heimkinofeeling schenken: Start drücken und bis zum Ende des Filmes nicht mehr den Blick von dem Bildschirm/Fernseher zu lassen … oft auch weit über das Ende hinaus! 🙂