KeiNe PaNik

Archive for Januar 2014

Schnee am Sonntag hat etwas apokalyptisches. Der Schnee behindert das Autofahren als einen Ausdruck der Zivilisation und der Sonntag macht es unmöglich einzukaufen. – Jedoch gibt es am Bahnhof einen Lidl, einen billigen Discounter, der auch am Sonntag tief im Keller des Bahnhofs seine Pforten geöffnet hat. Dieser Ort mit Massen von abgerissenen Gestalten und langen Schlangen an überfüllten Kassen geben mir immer ein Gefühl in irgendeiner Art von Hölle zu sein.

Find’s auch nervig am Sonntag zu merken, dass ich Äpfel und Brot brauche, um am Montag Frühstück machen zu können. Außerdem ist das Brot beim Lidl nicht wirklich toll.

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Klar eine Freakshow ohne Ende. Aber mir gefällt das. Drei Typen in einem leeren Haus geben ein Konzert. Allein schon das, und was dann folgt an Chaos, reicht aus um einem zu sagen: „Hier ruhe Dich mal ein wenig aus … hier ticken die Menschen frei.“ Aber alleine die Tatsache, dass man mit ihnen wohl kaum eine Werbung für Gilette machen könnte, das reicht schon zu wissen, dass sie keinen großen Erfolg haben werden, – irgendwo da oben. Aber gerade das zeichnet sie aus.

Für mich ist wertvolle Nahrung ein Naturrecht. Häufig sind aber die Nahrungsprodukte aus dem Supermarkt kaum nährstoffreich und will man eine vorwiegende vegetarische Ernährungsform mit einem Krafttraining verbinden, dann bekommt man ein Problen von zu vielen Nüssen, die man täglich verzehren muß, um die nötigen Proteine zu bekommen.

So interessierte ich mich schon länger für so genanntes Super-Food. Das ist Essen einer Qualität, in der alles drin ist, was der Mensch braucht. Von Spirulina bis Maca testete ich so einiges, aufgrund der hohen Preise kam es aber bei mir nicht zu einer Dauereinnahme solcher Substanzen. Jetzt aber geistert die Moringa-Pflanze als ultimative Allzweckwaffe gegen alles nur Denkbare durch das Internet. Als ich dann hörte, dass Leute über Verschwinden von grauen Haaren und der Geheimratsecken berichteten, dann wußte ich es: ich muß es testen. Graue Haare und Geheimratsecken sind übrigens die Kaufargumente eines Mannes über 30, eigentlich nicht in erster Linie eine bessere Potenz, wie man vielleicht annehmen würde.

Aber Moringa ist wohl mehr als eines der üblichen Mittelchen, die alles versprechen, viel kosten und am Ende wenig bringen. Es ist eine Lebensphilosophie! Kennen gelernt habe ich die Pflanze bei einem Freund, der zuhause Gold, Wasser und Nahrung hortet, weil er das Ende unserer Zivilisation fürchtet. Bei ihm fand ich vor einem Jahr zwei kleine Pflänzchen. Weil er eigentlich nun eher nicht der Typ für kleine Zimmerpflanzen ist, fragte ich ihn, was es mit den Pflanzen auf sich hatte: schnell wachsend, nährstoffreich und alles drin, was ein Mensch zum Leben braucht.

So wurde ich vom Moringa-Virus ergriffen. Ich bestellte mir dann Anfang des Monats ein Kilogramm vom Moringapulver und nehme es schon fast eine Woche. Natürlich ist es zu früh, um jetzt Wundergeschichten zu erzählen. Aber – obwohl mein Leben zur Zeit überhaupt nicht dazu einläd, mir geht es richtig gut. Ich bin richtig hyppressiv, so als Kunstwort im Gegensatz zu depressiv. Schon morgens bin ich meistens schon vor dem Wecker wach und habe so ein Vitalitätsgefühl im Körper. Das ist eigentlich das Angenehmste und das Praktische ist: ich muß mir keine Gedanken mehr machen, wie ich welche Aminosäuren, Vitamine und Omega-Fettsäuren zu mir nehmen kann. Das alles, und noch viel mehr ist in dem Pulver!

Fortsetzung folgt.

Am Wochenende fiel mir etwas seltsames bei dem neuem Kasten Mineralwasser auf, den ich schon Tage zuvor eher skeptisch am Rande liegen ließ, – unbewußt sogar meine Züchtung von Wasserkefir wieder aus dem Kühlschrank holte. Wasserkefir war mein Spleen des letzten Spätsommers. Irgendetwas stimmte für mich nicht mit dem Wasser. Am Wochenende schmeckte ich dann soetwas wie ein Schwimmbad-Geschmack beim Trinken. Also ähnlich wie das Wasser, das man beim Schwimmen in einem Bad verschluckt. Also das war das zweite Mal, dass ich mich in meinem Leben vor Mineralwasser ekelte. Das erste Mal war die Geschichte, dass ich von PET auf Glasflaschen wechselte und die letzte PET-Flasche aus dem Lidl (Saskia-Plastikflaschenwasser) einfach mal im Wasserkocher abkochte und darauf hin eine flüssige 2. Phase auf der Oberfläche hatte, so als wäre es Plastik oder Fett.

So verhalf mir das Leben zu einer 2. prägenden Wassererfahrung. Es schmeckte genauso wie ozonisiertes Wasser aus einem Schwimmbad. Eigentlich kommen viele regionale Mineralwässer bei uns aus dem Harz oder Umgebung. So kommt das Ozon-Mineralwasser aus Goslar und nennt sich „Frische Brise“ aus der Georgs-Quelle dort. Beim genauen Nachschaun fiel auch folgender Satz wie eine Riesenschuppe von meinen Augen: „Dieses Wasser ist einem zugelassenen Oxidationsverfahren mit ozonangereicherter Luft unterzogen worden. So können Sie höchste Qualität genießen.“

In Wikipedia kann man lesen, dass Verfahren mit Ozon zugelassen sind, um Eisen dem Mineralwasser zu entziehen. Ich denke oder hoffe mal nicht, dass dies nichts ebenso mit Fäkalkeimen zu tun haben kann? „Höchste Qualität“ eines Wasser kann man ja sicher auch ohne Ozon genießen, so wie ich es gewöhnt bin.

Dabei bin ich jetzt keine teuren Wässer gewöhnt. Mein Lieblinswasser ist das Sankt Conrad Mineralwasser aus der Silberquelle in Bad Harzburg. Das ist genau so günstig wie die „Frische Brise“, aber eben nicht mit diesem Schwimmbadgeschmack. Davon habe ich mir natürlich erst einmal 4 Kästen nachgekauft. Aber ich muß dafür weiter fahren, deshalb bin ich natürlich auf der Suche nach anderen Wässern.

Bis jetzt sah ich Wasser weniger als Genußmittel, sondern als Grundnahrungsmittel. Das könnte sich aber ändern,  weil ich schon Interesse an diesen Heilwässern habe, die recht hochpreisig zu haben sind. Leute, die meinen Wasser würde immer gleich schmecken, halte ich für oberflächlich oder für Opfer der vielen Kunstaromen in der Fertignahrung aus dem Supermarkt.

Am meisten habe ich mich in diesem, noch kurzem Jahr über das Ergebnis meiner Wiegung auf meiner Waage gefreut!  Ich muß sagen, dass bereits vor 2013 die Batterien der Waage leer waren und ich erst jetzt neue besorgt hatte. Ich fand Wiegen dann auch uninteressant, nachdem ich mich gut 2 Jahre durch das Fitneßstudio und diverse Diäten – am Ende – nur noch gequält hatte. Selbst in meinen „besten“ Wiegungen erreichte ich nur 85 kg. Das war die Untergrenze, mehr ging nicht. Jetzt habe ich sie unterboten und das durch ein Jahr ohne Sport und ohne spezielle Diät. Das überraschte mich.

2013 war also ein Jahr mit starken Gewichtsnormalisierungen, wie ich es nenne. Schließlich sind viele, auch ich, schwerer als sie sein müßten oder besser: könnten. Ich denke, dass die Gewichtsabnahme besonders damit zu tun hat, dass ich regelmäßig und ernsthaft zu meditieren anfing. Das war ein großer Schritt zu einem schöneren Leben, als ich es mir überhaupt vorstellen konnte, als ich noch in den üblichen Klischees von Sport und eiserner Diät lebte und dies als Wahrheit auffasste. Im Endeffekt habe ich, wenn ich mal meine alten Sehnsüchte nach Liebe, Sex und körperlicher Gesundheit 2013 mehr und das einfacher erfahren, als ich in der Zeit als Fißneßanbeter überhaupt realisieren konnte. Dieses Urteil hat sich mit dem Waagenergebnis bei mir gefestigt.

Meine Ernährung ist jetzt völlig intuitiv, aber bewußt. Ich halte es jetzt für Materialismus Regeln und Richtlinien für das Essen aufzustellen, um dann zu sagen, so klappt Gewichtsabnahme. Wenn ich zB Lust auf gegrilltes Fleisch und ne Menge Bier hätte, dann wäre das mir nicht fremd, so etwas zu essen. Schließlich war Barbecue mal etwas, was ich sehr geliebt habe. Aber ich empfinde diese Sehnsucht einfach nicht mehr oft so und entdecke jetzt lieber die Schönheit einer vegetarischen Küche. Bin weg von den Fertigprodukten aus dem Supermarkt oder kaufe so etwas nur noch sehr selektiv. Wahrscheinlich ist das auch der wissenschaftliche Grund für meine Gewichtsabnahme? Veganismus und Rohköstlertum halte ich aber für intellektuelle Doktrien, an denen man am Ende selber leiden wird, nachdem man sich am Anfang so viel besser gefühlt hat!?

Eine andere Veränderung ist, dass ich weniger Schlaf brauche. Komme mit 5 Stunden Schlaf gut zurecht und habe dann nicht mehr am Wochenende den Zwang den Schlaf nachholen zu müssen. Der Schlaf als solches verändert sich auch, er ist bewußter. Oft habe ich das Gefühl völlig bewußt zu erleben, wie ich schlafe. Diesen Winter bin ich genauso agil wie im Sommer und war noch nicht krank. Im Herbst war ich mit meiner alten Freundin zusammen. Sie brauchte Hilfe und ich mochte ihr die nicht abschlagen. Sie war dann dauernd erkältet und matt, während ich mich nicht ansteckte, obwohl wir uns nah waren. Auch das verwunderte mich. Sollte ich nicht nur schlanker und energievoller, sondern auch resistenter gegen Erkältungen geworden sein?

Ich bin gespannt, was 2014 bringen wird? Mein Leben ist so geworden, dass überall, wo man vorher nichts sehen konnte, sich Türen öffnen, durch die man gehen kann und man ist in völlig neuen Lebenszusammenhängen. Wo ich mich vorher gefangen in Umständen und inneren Zwängen fand, herrscht heute eine verwunderte Selbstrestrospektive.

Ich wünsche mir aber eine neue Arbeit. Manchmal fühle ich mich wie ein Roboter, dessen Tagessoll man immer weiter erhöht. Man arbeitet um immer mehr Geld zu erwirtschaften, was aber letztlich nicht zu einem glücklichen Leben führt, sondern zu immer nur neuen Wünschen und neuer Arbeit. Mein Arbeitsleben empfinde ich als Gegensatz zu meinem meditativen Privatleben.

Wünsche mir auch natürlich Leute um mich, die genau so denken wie ich. Für gewöhnlich gebe ich vieles meiner Umgebung vor. So gesehen öffnet meine neue Offenheit natürlich auch die Menschen meiner Umgebung. Mit meiner Exfreundin vergriff ich mich aber, wahrscheinlich weil sie genau so gerne ihren Kopf durchsetzt wie ich den meinen? Ich wollte sie zu meinem Leben überzeugen. Ich schrieb glaube ich einmal im Blog, dass ich annahm, sie hätte Alkoholprobleme. Ihre Probleme hingen aber von ihrem Geld ab. War wenig da Alkhohol und wenn es übermäßig da war Kokain. Obwohl ich nicht glaube, dass es da zu einer Abhängigkeit gekommen ist. Das täglich Brot waren aber 3 Joints. Es war mein Ehrgeiz, so einem Menschen zu helfen. Man kann Liebe und Kraft in so ein Projekt stecken, aber eben nicht ewig. War dann auch natürlich innerlich befreit, als das in Scherben fiel. Sie hat mich mit ihrem Dealer betrogen. Ich nutzte die Gelegenheit, alle Kontakte abzubrechen. Kommentarlos. Es gibt so Modelle von Co-Abhängigkeit und warum sollte ich mein Leben für sie ruinieren? Gut, das war das Negative aus dem Jahr 2013. Deshalb auch der Wunsch für 2014 nach positiven Bekanntschaften. Muß ja nicht immer die „große Liebe“ sein. Mittlerweile sehe ich solche Konzepte völlig emotionslos. Aber eben Leute, mit denen ich nach Indien reisen kann, zum Ganges pilgern … das hätte ich mit meiner Ex niemals machen können.

Ein schönes, neues Jahr zu wünschen halte ich für langweilig. Denn all die „schönen“ und „neuen“ Jahre sammeln sich und stehen in dem autobiographischen Raum zum Verstauben herum. Im Laufe der Zeit wird das ziemlich langweilig wie „Dinner For One“. Hingegen eine „neue Welt“!? Ist sogar ein wenig doppel-deutig, wegen der Novelle „Brave New World“. Darum allen Lesern und anonymen Vorbei- und Wegschauern: “ eine schöne neue Welt!

Mit Neu-Jahresvorsätzen halte ich es nicht so. Da aber Neumond heute ist, verwirkliche ich trotzdem ein paar gute Ideen, heute! Zum Beispiel in das Fitness-Studio gehen, gegenüber!

Die Musik ist übrigens mein momentaner Ohrwurm. La Rue Morgue von 1999! Ich finde die Musik sehr abwechselungsreich und amüsant.