KeiNe PaNik

Archive for Mai 2013

Posted on: Mai 27, 2013

Letzter Freitag war seit langem mal wieder ein glücklicherer Tag für mich.

Zum einen wurde am Morgen endlich mein DSL-Anschluß freigeschaltet. Ja alles hier geht wieder mit einer rasanten Geschwindigkeit am Bildschirm auf und zu. Schnell ein paar Filme runtergeladen und vor allem endlich wieder Internetradio! Ich höre oft KEXP oder Jazz Radio Berlin. Der Typ von der Telekom war auch diesmal ein freundlicher. Sonst kommen da nur so Flachmann-Typen. Diese Tragödie hat gut 3 Monate gedauert. Soviel zum Umzug mit einem DSL-Anschluß im 21. Jahrhundert.

Am Nachmittag ging es dann nach Berlin! Stand gut 20 Meilen im Stau. Der Berufsverkehr zum Freitag Nachmittag ist erbarmungslos. Im Radio wurde gesagt, dass es sich auch auf den Umgehungsstraßen stauen würde und ein Ausweichen des Staus nicht empfohlen würde. Als ich die stau-auslösende Baustelle passierte, zeigte sich das Bild eines Baggers, der auf der anderen Autobahnseite grub und mit einer Radecke auf meiner Autobahnseite stand. Das trübte meine sonst ausgezeichnete Laune ein wenig.

Kam so auch reichlich spät in Berlin an. Wollte eigentlich ein wenig durch die Stadt stromern. So ging es aber direkt zu „Huxley’s Neue Welt“. An dem Abend wollte ich mir ja das CocoRosie-Konzert anschauen. War toll! Einen Bericht über das Konzert gibt es hier. Meine persönlichen Gedanken und Erfahrungen lasse ich hier mal außen vor. Zu umfangreich würde das werden. Ich würde auf jeden Fall das noch mal machen. Auch wenn es am Ende sehr kraftaufreibend wurde. Ich stehe eigentlich jeden Tag um 6 Uhr (im Frühling und Sommer) auf. Der Abend mit CocoRosie wurde aber recht lang. Um 21 Uhr sollte er anfangen, aber sie ließen uns eine Stunde warten. Man hörte eine Klanginstallation und dann mal wieder nichts. Um 22 Uhr ging es dann endlich los und das Konzert dauerte dann wirklich 2 Stunden und etwas.

Dann mit der letzten U-Bahn zurück zum Auto und gut 3 Stunden auf der Autobahn wieder zurück. An dem Tag habe ich gut 600 Kilometer gefahren, etwa 6 Autostunden verbracht, fast genau 3 Konzertstunden und so zwischen 5 und 6 morgens war ich wieder zuhause. Dann ging es weiter: Erst mal aktuelle Konzertmitschnitte im Internet gesucht und letztlich um 10 Uhr morgens landete ich im Bett. 28 Stunden war ich online, ohne Schlaf! Auf der Rückfahrt habe ich noch einen „Red Bull“ getrunken. Wahrscheinlich lag es auch daran? Aber ich hatte Bedenken, am Steuer nicht einzuschlafen.

Hier noch ein privater Videozusammenschnitt von dem Abend: http://youtu.be/wjYRboiAET4.

Wo ich bei trashigen, deutsch-synchronisierten Filmen gerade im vorherigen Artikel gelandet war, will ich dann aber noch meinen Lieblings-Film von der Sorte hier zeigen. Dead – Undead fand ich dennoch streckenweise recht unterhaltsam. Kurzweilig, ein bisschen bis stellenweise ganz lustig! So wie man sich einen dicken Burger bei Burger King wünscht.

Ich bin auf den Dreh gekommen, Filme als Original-DVD zu sammeln und sie neben einander an meiner Wand aufzustellen. Einige noch völlig als Original in ihrer Plastikhülle. Für Stunden und Momente, die bestimmt noch kommen mögen? Ich mag das Gefühl einen Film auszupacken und ihn das erste Mal in das Abspielgerät zu legen.

Ich kann jetzt nicht immer nach Holland fahren und hoffen, dass die richtigen Filme da gerade zum Verkauf ausliegen. Also wagte ich es mal Filme in Deutschland zu bestellen, gleich 8 Stück. Die kamen an allen Tagen verteilt und ich hatte das tolle Gefühl, jeden Tag ein Päckchen bekommen zu haben. Viele stellte ich also als „originales Original“ in ihrer Plastikhülle in die Reihe an der Wand. Aber einige schaute ich jetzt auch am Wochenende. Ich genoß es zu vergleichen, wie die deutsche Synchron-Fassung den gesamten Film kaputt macht und dann selig in die Originalfassung wechseln zu können. Ich habe die Entdeckung gemacht, dass Filme in ihrer Originalsprache viel authentischer sind. Oft ist auch der Ton an die Kameraführung und den Filmschnitt angepasst. Wie bei einem Kunstwerk ist also auch bei einem Film nichts unwichtig.

Bisher dachte ich aber immer: in Deutschland wären wenigstens auch immer die Original-Stimmen wählbar, wenn man eine DVD kauft. Ich war am Anfang so glücklich einen originalen, koreanischen Dark-Movie ergattern zu können. Aber mit Schrecken mußte ich feststellen: die haben die gesamte koreanische Vertonung weggelassen! Das konnte ich mir dann nicht antun. Der gesamte Film ist für mich so wertlos. Wenn ich das Leuten aus Holland erzähle, dann werden sie meinen, dass in Deutschland nur Barbaren leben, weil sich solche DVDs wohl offensichtlich dort verkaufen lassen. Das Schlimmste ist, sie (die Deutschen) merken es noch nicht einmal dabei, wie sie so einen Film verhunzen.

Für mich es auch eine Portion Chauvinismus, eben keinen perfekten und märchenhaften Film sich anzuschauen, sondern nur einen billigen Asia- oder Ami-Film. Denn trashig kommen fast alle Filme in der deutschen Synchronfassung rüber. Da kann der Schauspieler noch so gut sein, wenn man eine Stimme drüber legt, die auch Sesamstraße vertonen könnte, dann ist das nur lächerlich. Zum anderen verändert man auch den gesamten Film, weil Stimmen doch in Original meist was anderes ausdrücken wollen, als die verdeutschende Zweitstimme wieder geben kann. Gibt es Aufführungen von Goethe oder Wagner in koreanisch? Eben aus dem Grund eben nicht. In Deutschland aber völlig normal, dass man Filme so verschandelt.

Jetzt habe ich sogar sehen müssen, dass sie noch nicht einmal davor halt machen, die originale Tonfassung einfach weg zu lassen. Da habe ich aber auch zu vorschnell im Internet gekauft? Hätte ich das gewußt!! Aber ich ging nun mal davon aus, dass man die originale Tonspur immer mitliefert, so wie ich davon ausgehe, dass man Kinder nicht schlägt oder Alten in der Bahn seinen Platz anbietet!

Na ja: schmeiß ich die DVD einfach weg und leg die gebrannte Raubkopie in die leere Hülle. Schon traurig in so einem Land leben zu müssen, wo man nichts Schönes, Geniales, Packendes in den Läden kaufen kann. Hab nochmals geschaut, ob es den Film nicht irgendwo anders im Original gibt, aber alles die selbe Fassung mit nur deutscher Tonspur.

Am Wochenende auch mit einem Kollegen durch die neue Stadt gezogen. Er zeigte mir, wo er Kaffee trinkt, oder man abends mal hingehen kann. Ich muß mir langsam auch neue, soziale Kontakte schaffen. Hab es noch nicht einmal geschafft bis jetzt meinen Betriebsflirt zum Essen einzuladen! Irgendwie auch ärgerlich, dass Frauen für gewöhnlich in völlig anderen Bezügen denken und leben als ich. Dabei könnte es so einfach sein?

Am Freitag CocoRosie in Berlin und ich bin dabei! Fahre, glaube ich, mit dem Auto hin und kann schon während der Fahrt die neue CD von denen rauf und runter hören. Bahnfahren nervt mich und wer weiß, wann ich da wieder zum Bahnhof kommen? Mitten in der Nacht gibt es auch oft keine Züge mehr, oder erst um 4 Uhr morgens wieder.

Übrigens spielen CocoRosie am 18. Juni 2013 auch in Wien in einem Studiokonzert! Wer will, kann da auch versuchen Studiokarten zu bekommen! Diese werden nämlich nicht verkauft, sondern nur verlost! Weitere Infos gibt es hier!

Nächsten Monat kommt dann wieder ein weiteres Drama auf mich zu! Ich habe 2 Wochen Urlaub, und wie immer habe ich keine Ahnung, was ich in der Zeit machen soll? Die Frau, die für die Urlaubsplanung zuständig ist, versuchte ich zu überzeugen, was eigentlich gut für mich wäre: jede Woche den Freitag oder Montag frei, bis der Urlaub aufgebraucht ist! An einem langen Wochenende kann ich mich besser erholen und wüßte auch immer, was zu tun. Aber das ginge nicht. Urlaub muß an einem Stück genommen werden, damit sich der Mitarbeiter „erholt“! Die 2 Wochen im Juni hat sie dann eingeteilt. Ich sagte ihr, ich hätte _dann_ keine besonderen Wünsche und sie solle ihn so legen, dass das vom Organisationsablauf gut paßt.

Dass Urlaub für mich wie ein rotes Tuch ist, ist vielen nicht gleich verständlich. Aber ich habe einfach keine Lust alleine Urlaub zu machen! Wie soll das gehen? Ich lese ab und an Reiseberichte im Internet. Das reicht mir völlig. Finde ich sogar besser als mit real existierenden Deutschen oder anderen Touristen mich herumschlagen zu müssen. Aber viel Urlaubserfahrung habe ich nicht. Als Studenten sind wir viel spontan mit Mietautos losgefahren. Quer durch Europa. Nach dem Studium kam das alles zum erliegen. Wo ich mir nicht meinen Urlaub auszahlen lassen konnte, mußte ich ihn nehmen. In den Wochen … ging es mir elend. Meinte, viel Alkohol trinken zu müssen oder sonst was. Tausend Komplexe gingen durch meinen Kopf. Aber eigentlich bin ich bloß anders als andere: für mich ist der Begriff „Urlauber“ negativ behaftet als nun eine Selbstbezeichnung.

Aber das Lamentieren bringt jetzt nichts. Die 2 Wochen sind leer für mich und das von Seiten der Arbeit auch schon „gebucht“. Irgendwie komisch, dass man sich jetzt extra was ausdenken muß, was man in der Zeit machen will oder besser gesagt muß? Kommt mir beinah wie ein Alibi vor! Ich glaube, dass ist einer der meilentiefen Gräben, die mich von normalen Menschen trennen.

Zugegeben bin ich mit meiner neuen Stadt überhaupt nicht zufrieden. Heute erklärte mir die Shoppingwelt nach der Arbeit erneut ihren Bankrott: Ich dachte nach der Arbeit in die „Markthalle“ zu gehen. Ein 6/7-Markt, so etwas gehört doch in eine Großstadt und ich freute mich sogar darauf. Die Enttäuschung gab es aber schon direkt nach dem Betreten der Halle…

Ich kenne Märkte aus Holland und habe schon meine Erwartungen. Heute wurden sie alle enttäuscht. Schon direkt nach dem Eintreten mußte ich zur Kenntnis nehmen, dass über 50% der Stände NUR Fressbuden sind. Also solche Sachen, wo man für 7 Euro altes, aufgewärmtes Essen bekommen kann und natürlich reichlich Alkohol. Die Deutschen in den Niederlanden sind berüchtigt dafür obligat lange Schlangen vor meist einem, zentralen Bratwurststand zu bilden. Obwohl es überall andere oder ähnliche Essgelegenheiten gibt, stellen sie sich kollektiv an einem Stand an. Ob das normal ist, bezweifel ich? Heute mußte ich dann erleben, wie ein „Markt“ in Deutschland auszusehen hat: Fressbuden in Massen! Es tat richtig weh, zwischen diesen fetten, schmatzenden Gesichtern durch zu gehen und mir die mageren Obststände anzuschaun, wo es auch nur das selbe Obst wie im Supermarkt gab. Oder die armselige Fischtheke, auf der der Fisch sicher schon älter war und morgen wahrscheinlich noch einen Tag länger dort sein wird.

Ein Gespräch am Rande mitbekommen: ein Schwachkopf wollte einer Oma Erdbeeren aufschwatzen mit der Argumentation sie wären direkt vom Feld! So alt ist der Sommer doch gar nicht, dass da jetzt schon was wachsen könnte. Aber so dachte die Oma nicht, sondern hatte die Verpackung von den Erdbeeren gelesen und gesehen, dass sie aus dem Gewächshaus kamen. Was für ein Film lief da bloß ab?

Also ich war richtig enttäuscht. Aber vielleicht habe ich einfach nur höhere Erwartungen als die Einheimischen hier? Den verkauft man Gewächshausobst als „frisches Obst vom Markt“ und nur wegen der Verpackung wird das durchschaut. Stände „Bio“ drauf, dann wäre alles klar und die Ware für den doppelten Preis über den Tisch! Ein Volk von Strohköpfen!

Irgendwie mußte ich mich dann trösten. Lustiger weise ist das einzig coole, was ich bis jetzt in dieser Stadt gefunden habe, ein Trödelkaufhaus für arme Leute. DA gibt es Zeugs von Wohnungsauflösungen für echt wenig Geld. Ich kaufe da immer Krawatten für mich. Heute mal wieder 8 Stück für ganze 4 Euro! 😀 Und die Kassiererin guckt mich immer verträumt mit großen Augen an. Ein Typ, der dort seine Krawatten kauft muß es schwer im Leben haben und trotzdem innere Größe haben, oder eben Individualist sein. Dabei sind die Krawatten echt schön! Alles Vintagelook und bei der Arbeit haben manche Krawatten von mir schon „legendären Status“. – Und mich freut, dass keiner sie einfach nachkaufen kann.

Dann noch im italienischen Feinkostladen um die Ecke gewesen. Das ist auch noch in Ordnung. Vielleicht gehe ich morgen auf eine Weinverkostung von denen. Aber im großen und ganzen recht wenige Lichtblicke in so einer Stadt. War heute in der Laune vielleicht 100 Euro auszugeben, wurden dann nur 15! Diesen Minusrekord hat sonst keine Stadt bisher geschafft. Und statt frischen Fisch und Muscheln gibt es jetzt nur Pasta mit Gewürz. Insgesamt ist meine Stimmung nach dem Umzug schlechter als noch vor einem Jahr, – und damals hatte ich eine Trennung zu verarbeiten! Aber Umzug und neue Wohnung mit der schon greifbaren Gewissheit, dass man sich in der neuen Umgebung nicht so wohl fühlt. Klar, macht einen schon down.

Die Tage werden heißer und man fragt sich: was ist das coolste Getränk in diesem Sommer? – Für mich ist die Antwort klar: eisgekühltes Mineralwasser und zwar aus echten Glasflaschen!

Zum einen schmeckt es frisch aus dem Kühlschrank so wie eisklares (1) Wasser direkt aus einer Alpenquelle. Zum anderen kommt es ja wirklich aus der Erdentiefe und schmeckt so viel anders als das Wasser, was ich sonst immer mit Apfelsaft oder Apfelessig gemischt habe.

Aber die Betonung liegt bei meiner Entdeckung nicht auf Mineralwasser oder Felsquellwasser, sondern auf das Gefäß, nämlich der Glasflasche! Ich bin nämlich zu der Überzeugung gekommen, als ich ein wenig über PET-Flaschen in einer Suchmaschine googelte äh suchte: PET-Flaschen sind nichts, aber überhaupt nichts für Männer.

Einmal stilistisch passen sie eher zu Hauslosen, die mit Unmengen an Plastik-Müll in Tüten sich ein paar Euros an den Umtauschautomaten in den Billig-Shops ergattern wollen. Dabei liegt die griffige Glasflasche gut in der Hand und nach Löschen des Durstes auch schnell wieder, fein ordentlich bei den anderen im Wasserkasten! Den kann man dann easy im Getränkemarkt gegen einen vollen umtauschen. Sicher, ist ein bisschen schwerer! Aber ich mache mir Gedanken über eine mann-gerechte Ernährung! Da sollte man schon seine Muckies nicht schonen.

Ach so, in den Suchmaschinen fand ich natürlich nichts darüber, dass Männern der Gebrauch von PET-Flaschen abgeraten wird. Aber man muß eben nur 1+1 zusammenzählen können! Einmal fand ich „Weichmacher“, die vom Plastik in das Getränk kommen! „Weichmacher!“, bei dem Begriff hatte ich schon Bauchschmerzen! Aber es kam noch dicker: in PET-Flaschen soll die Östrogen-Konzentration im Wasser 2x höher als in dem (sowieso schon verseuchten) Leitungswasser sein. Ist es als Mann sinnvoll überhaupt Östrogene zu sich zu nehmen?

Jetzt die Alltagsbeobachtung: PET-Flaschen haben Glasflaschen mittlerweile völlig verdrängt. Und mir fiel auf, dass gerade solche Typen, die ihrer Freundin die Handtasche tragen, in ihren Jack-Wolfskin-Rucksäcken die leichte PET dabei haben. Am Wochenende im Getränkeshop waren alles Kanten, die sich ihren Wasserkasten geholten hatten. Also keine Heintje-Typen, die sonst das Stadtbild dominieren. Ist der Schluß dann wirklich abwegig, dass die Heintjes sich über ihr Trinkwasser mit all den Weich- und Weiblichmachern selbst das antun, was sie selber noch nicht einmal begreifen können?

Oder gab es solche Leute in meiner Jugend, die meinten: „ja eigentlich bin ich eine Frau“? Eigentlich gab es solche Leute nicht so sehr, so wenig wie es damals PET-Flaschen gab. Ich denke in 30 Jahren wird man mich als Prediger in der Wüste zu würdigen wissen. Ich denke wirklich, dass in solchen Flaschen ganz großer Dreck drin ist.

(1) Kunstwort oder Paradoxon