KeiNe PaNik

Archive for März 2013

Ich möchte mich entschuldigen, hier nichts mehr zu schreiben. Ich habe einfach keine permanente Internetverbindung mehr seit meinem Umzug. Das ist eine traurige Geschichte, denn mit einem Vodafone-DSL-Anschluß ist der Umzug für mich zu einem Alptraum geworden.

Man muß erklären, in der Bundesrepublik ist es so, dass die Telefonanschlüsse einem alten Staatsmonopolisten („Telekom“) gehören, der diese erst für andere Anbieter mit einem Techniker vor Ort freischalten muß oder zu mindestens so tut als müßte er es. Man bekommt dann für die Freischaltung so Termine wie in 3 Wochen am X. zwischen 08 und 16 Uhr. Zuerst dachte ich, „na ja gib den Wohnungsschlüssel mal bei Leuten aus dem Haus, die dort ganztags arbeiten, ab und schreibe Zettelchen für die Klingel, dass der Typ Bescheid weiß.“ Ich lernte dann, dass der Techniker nicht alleine in verlassene Wohnungen reingeht. Das müßte ich verstehen, obwohl alle meine Handwerker bis jetzt alleine in meiner Wohnung waren, weil ich ja arbeiten muß, um deren Lohn überhaupt bezahlen zu können. Man bereitete mich dann in der Vodafone-Hotline darauf vor, mir doch einen Tag frei zu nehmen, um den Techniker der Telekom zwischen 08 und 16 Uhr persönlich in die Wohnung zu lassen. Ich wartete dann also noch ein paar Wochen, nahm mir nolens volens einen Tag frei und heute sollte es dann so weit sein.

Der Techniker schaltete aber den Anschluß heute für mich nicht frei, weil der Vormieter seinen Anschluß (auch bei Vodafone) noch nicht gekündigt hatte. Wieder in der Hotline kamen dann so Vorschläge wie: ich sollte den Vormieter doch dazu bewegen den Anschluß zu kündigen. Weil ich aber nicht einsah, deren Job zu erledigen und dafür immerhin schon einen Monat Kohle für einen nicht vorhandenen Anschluß zu zahlen, legte ich noch nicht einmal auf, sondern legte den Hörer einfach zu Seite. Diskussion um eine Kündigung sind mit den Leuten aus der Hotline zwecklos und ich komme da immer in Rage, dass ich immer sehr unfreundlich werde.

Dabei ist es einfach nur ärgerlich. Bei Vertragsabschluß wird immer so getan, alles klappt doch und total easy und bunt. Wenn es aber nicht klappt und mir das einfach zu nervig ist einen Urlaubstag für einen Techniker mit unpräzisem Zeitgefühl zu opfern, dann kommen sie mit dem „Kleingedruckten“ und ein 30-Tage-Rückgaberecht scheint es nicht bei Vodafone zu geben. Solche Geschichten scheinen die Mitarbeiter von Vodafone sehr genau zu wissen.

Aber spätestens seit heute fühle ich mich nach einer „außerordentlichen Kündigung“. Das ganze scheint mir nicht mehr seriös zu laufen und allein der Name „Vodafone“ erzeugt bei mir schon eine Gänsehaut. Das liegt auch daran, dass ich das letzte Jahr übermäßig von Werbeanrufen von der Gesellschaft geplagt worden bin. Mittlerweile nach gut 5 sehr ärgerlichen Gesprächen geschieht das nicht mehr, aber natürlich noch massig SMS-Spam. Ich finde eine Handy zu tragen oder permanent ein Festnetztelefon online zu haben und derart beworben zu werden, eine Zumutung.

Nebenbei telefonieren kann ich übrigens über den Anschluß des Vormieters, wie ich heute merkte. Aber das Internet ist mit einem Passwort geschützt. Na ja, wenigstens kann ich jetzt mal all meine Freunde im Ausland kostenfrei anrufen, was aber den erlittenen ideellen Schaden über den verlorenen heutigen Urlaubstag nur schlecht zu kompensieren mag. Ich schreibe immer so hochgestochen, was aber nur verdecken soll, wie schlecht es mir innerlich geht.

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Heute der erste richtige Sonnentag in diesem Jahr. Da herrscht immer eine ganz besondere Stimmung überall, auch hier in der neuen, großen Stadt. Ich habe zwar noch kein Internet, vermisse es auch nicht sonderlich, entschied mich aber heute Abend einfach mal einen fiktiven Blog-Eintrag zu schreiben, den ich, komme ich mal wieder online, posten kann. Ich schreibe gerne, kenne aber zu wenige, denen ich schreiben kann. Denn häufig ist es so, dass mit der Dauer des Kennens die Notwendigkeit längere Gedanken auszutauschen, entfällt. Da ist ein Blog eine gute Sache, denn man hat hier überhaupt keine Ahnung zu wem man, wann schreibt? Man schreibt quasi für das Universum, ohne sich hier überbewerten zu wollen. Denn es ist eine philosophische Streitfrage, ob und wie es das große Meer tangiert, wohin ein einzelner Tropfen sich sehnt, denkt, geschweige woher er kommen mag?

Man erahnt es bestimmt schon, mir ist heute danach meine Gedanken weit schweifen zu lassen. Aber am ersten Sonnentag im Jahr will man auch so verschwenderisch sein, wie die Sonne selbst. Im Spiegel merkt man wie blass man über den Winter geworden ist und zum ersten Mal dachte ich dankbar an meine Dachterrasse in meiner neuen Wohnung. Wenn dort erst einmal Stühle, Tisch und bestimmt auch der Grill stehen, dann kann es das El Dorado der Mittagspausen werden. Von der Arbeit nach Zuhause sind es 5 Fußminuten. Die Wohnung ist schon toll. Ich bin aber trotzdem traurig das alte Haus demnächst ausräumen zu müssen. Aber es ist schon ok: ich war immer nur noch deprimiert dort und fühlte mich einsam.

Ein Umzug ist auch immer Veränderung, besonders sich selber ändert man. Zum Beispiel habe ich jetzt eine Küche mit Gasherd. Hab irrsinnig viel Geld in die Küche gesteckt und dann natürlich mir einen Gasherd gewünscht und weil das Haus keinen Gasanschluß hat, eine separate Gasflasche montieren lassen. Oder ich benutze kein glitschiges Haarwachs mehr, sondern nur noch Haarwasser! Das macht viel mehr Spaß als sich klebriges Zeugs in die Haare zu schmieren. Ich machte dies, weil meine alte Frisörin meinte, jeder würde das so tun. Da habe ich jetzt einen neuen Frisör, diesmal einen Typen. Aber nachdem seit gut 3 Jahren bei der alten Frisörin nichts lief, ich aber trotzdem am Anfang des Jahres noch glitschige Träume wegen ihr hatte, beschloss ich altes jetzt nicht wieder einfach wiederholen zu wollen. Der Typ hat auch mehr Ahnung von Kurzhaarfrisuren und der Stadt und jede Menge nützlicher Tipps bekomme ich da.

Oder eine andere Änderung in meinem Leben: zum Bügeln benutze ich jetzt parfümiertes Bügelwasser. Die Hemden riechen so wirklich viel angenehmer und das morgendliche Bügeln ist jetzt für mich wieder einer der Höhepunkte, – neben dem Mate-Tee, über den ich hier schon geschrieben habe.

Eben in meiner neuen Küche auch etwas nie dagewesenes ausprobiert: Koch-Bananen! Ich briet die mit Eiern und Speck, könnte mir aber auch vorstellen etwas rein veganes damit ausprobieren zu wollen. Eines meiner dunklen Geheimnisse, die keiner außer mir und jetzt den Lesern kennt: ich hasse mit Kartoffeln etwas zu kochen! Die lagen bei mir immer herum, schlugen Wurzeln und ich hatte immer nur mal welche, weil ich dachte, die gehörten dazu, so wie alle Deutschen. Lustigerweise kommen aber die Deutschen nicht zu der Querverbindung zu dem geflügelten Schmähwort „Du Scheiß-Kartoffel“ und ihren Kochgewohnheiten. Darüber könnte ich jetzt lange schreiben. Das Posting würde aber dadurch etwas von seiner – hoffentlich – Unbeschwertheit verlieren.

Das Praktische an den Bananen ist, dass man sie einfach mit den Händen schälen kann. Das ist recht simpel und dann einfach in Öl braten und nach Belieben würzen. Ich denke als Kartoffel-“Ersatz“ taugen die ganz gut und viele gute Ideen für die Küche geistern jetzt noch durch meinen Kopf.

Wer mir bis hierhin gefolgt ist, wird sich fragen: „jetzt textet er mich mit so Kleinigkeit zu?!“ – Das stimmt, aber das schönste, was ich in letzter Zeit erfahren konnte war, wie glücklich einen Kleinigkeiten im Leben machen können. Schreiben tue ich jetzt immer mit einem Füllfederhalter, wie damals in der Schule. Ich entdeckte wieder, wie einfach man damit schreiben konnte, und wie schrecklich diese Kugelschreiber die Hand verkrampfen. Jetzt kann ich in 7 Minuten vielleicht 100 Autogramme verteilen, – mit einem Lächeln! 🙂

CocoRosie ist immer noch ein Thema. Das ging auch mal durch ein paar Postings hier, dass mir diese Musik gefällt. Es ist für mich die psychedelischste Musik, im Sinne des Wortes psychedelisch, sich selbst, seiner Seele erkennend. Wie es das Leben so will, habe ich jetzt für Ende Mai eine Karte für ein Konzert von CocoRosie in Berlin, Huxleys Neue Welt, gekauft. Leider habe ich keinen, der meinen Enthusiasmus bezüglich der Musik von CocoRosie teilt, so dass ich wohl alleine auf das Konzert gehen muß. Aber ist man auf einem Konzert wirklich alleine?

Das waren so in gut 30 Minuten meine Gedanken an dem Abend des ersten Sonnentages 2013. Jetzt geht es daran den Herd und die Küche noch mal kurz sauber zu machen. Dann gehe ich recht früh schlafen. Denn ich muß hier schon, – ich sagen jetzt mal nicht mehr, sondern länger für meine Kohle arbeiten. Diesbezüglich fühle ich mich häufig am Abend einfach nur platt.