KeiNe PaNik

Archive for Dezember 2012

Eigentlich sollte man dem, der sich wünscht, Weihnachten sollte das ganze Jahr über sein, mit einer Anzeige wegen Körperverletzung drohen. Das ganze Jahr dieses Erkältungswetter und naiv-dumme Leute, die an Christkind, Weihnachtsmann und Co glauben, – oder zu mindestens so tun als ob? 🙂

Bin froh, dass ich ein paar Tagen nicht arbeiten brauchte, denn ich bin schon recht stark erkältet. Allein die Vorstellung mit kaputten Typen wie Schwiegereltern, entfernten Verwandten, Vater oder Mutter jetzt zwanghaft zusammen hocken zu müssen, scheint eine besondere Spezialität bürgerlichen Masochismus‘ zu sein? Eigentlich ist es ein kollektiver Atavismus der kindlichen Infantilität und mittlerweile wette ich, dass die kaputten Familientypen in meiner Straße insgeheimen psychisch in die Rolle des ersten Sohnes regredieren und in ihrer Frau die Mutti sehen. Da sollte es auch nicht verwundern, wie dick und abgewrackt diese Frauen sind, denn bei der Mutti darf es ja auch so sein. – Ich denke aber, die schaffen es nicht zu durchschauen, warum einer nun über sie lachen und sie als „Hobbits“ verachten kann? Jedem das seine!

Zu Weihnachten werden mir diese gesellschaftlichen Tendenzen nur sehr deutlich, welche sonst nur still und heimlich in den bürgerlichen Schicksalen hinter Einfamilienhaus-Wänden sich abspielen. Bezeichnend auch, dass ich morgen und den Tag drauf noch arbeiten muß. Ich mag diese Leute eher aus diesem Grund nicht sehr: sie haben immer Urlaub! Alles genau geplant, 12 Monate vorher gebucht, reden bei Treffen den Scheiß, den sie täglich in der „Tagesschau“ oder sonst wo im TV aufschnappen und tun so, als hätten sie Ahnung von der Welt. Ja ja, geh mal zu Mutti, wünscht man diesen Leuten, bei denen es einem immer mal auf den Lippen brennt, ob er denn früher Bettnässer gewesen sei?

So hab ich ein wenig den Weihnachtsfrust abgelassen. Für mich ist es eigentlich klar, dass wenn man den begrenzten, moralischen Horizont der Gesellschaft verlassen will, auch mit Weihnachten sich klar sein sollte: es ist ein Mittel der Manipulation. Angefangen bei den Kindern, die mit Geld und Geschenken schon in frühen Jahren schlicht gekauft werden sollen, ein den Eltern angemessenes Verhalten an den Tag zu legen. Den Eltern nützt es, der Staat und Kirche fördern es, um genügend Menschen zu züchten, die nichts weiter als Hobbits sind und somit total ungefährlich für ihren Machtanspruch. Weiter wird denen ein schlechtes Gewissen gemacht, die nichts mehr damit zu tun haben wollen. Allein schon diese geballte Ladung an arbeitsfreien Tagen ist eine Nötigung! Keiner kann mehr einkaufen, nichts geht mehr und in der Glotze: Weihnachtspropaganda! Ich für meinen Teil hätte nichts gegen 5 zusätzliche Urlaubstage bei Streichung solcher Feiertage wie Weihnachten und Ostern.

Die Lichter einer großen Stadt lassen einen häufig klein und bedeutungslos erscheinen. Zu mindestens scheint es so bei Leuten zu sein, die im Schatten einer großen Stadt leben müssen. – Ich finde Großstädter langweilig und bemitleidenswert. Denn genau die sind es, die vorbei gehen, wenn einer in der Stadt zu Boden geht, als sei nichts gewesen.

Habe mir vorgenommen deshalb vor die Stadt zu ziehen. Ich sehe in meinem Herzen ein Haus, freistehend, umgeben von Garten und dann Pferde und Natur als einzige Nachbarn. Dieser Traum ist nichts Unmögliches, sondern realisierbar. Überhaupt ist die Zeit des Ausklingen vom Vergangenen und die Morgenröte des Neuen eine sehr wichtige Zeit! Wenn das Leben später wieder in „normalen Bahnen“, sich stetig wiederholend, verläuft, dann hat man in solchen Zeiten die Weichen für das neue Leben gestellt. Also heißt es: sich dessen bewusst zu sein.

Übrigens: passend zu dem jahreszeitlichen Schnee auf WordPress, hat es auch im Realen geschneit. Deshalb der Titel zu dem Posting!

Morgen 04:00 AM aufstehen. 05:14 AM Zug erreichen, sonst enden die Planungen im Desaster. Schneewahrscheinlichkeit heute Nacht: 90%. 07:20 AM dort sein und um 08:00 AM soll ein neuer Lebensabschnitt beginnen. Nach genau 2 Monaten lustvollem Müßiggang bequeme ich mich wieder regelmäßig zu arbeiten. So unmittelbar davor frage ich, warum ich nicht einfach noch einen Monat schiebe? Aber 5000 Euro netto sind 5000 Euro netto. So einfach ist das und meine Geldreserven gehen langsam aus. Leider klappt das nicht so toll mit Notvertretungen, wie ich es anfangs dachte. Was mich jetzt wurmt ist entweder ein Pendler-Schicksal mit 4 Stunden Fahrt und 8 Stunden Arbeit, oder eben die Woche in Pensionen und irgendwelchen Absteigen unter zu kommen. Also ich bin bestimmt nicht tot, wenn jetzt alle Online-Aktivitäten plötzlich enden. Mein Leben ändert sich bloß, ungewiss aber natürlich in wie fern, – außer total.

Das einzige, auf was ich mich jetzt freue, ist ein Paperback-Roman. Letzte Woche hatte ich einfach mal Lust auf Sauna, so richtig lange. Wollte aber keine Zeitschrift beim relaxen lesen, sondern einen Roman, den ich mir dann vorher kaufte: Dean Koontz, „Das Nachthaus“. Reine Gruselunterhaltung, aber irgendwie, – bin ja schon zu einem Drittel durch, frage ich mich immer, wie es weiter geht? Ideal für Zugfahrten! 😀