KeiNe PaNik

Ich werde hier nichts mehr schreiben. Ich mache jetzt bald eine Reise und mein Reiseblog will ich nicht mehr bei WordPress betreiben. Das hat profane Gründe, nämlich dass man hier nicht an der Werbung als Inhalterbringer partizipieren kann. Deshalb gehe ich zu blogger.com, in Googles Reich. Das ist auch nicht so finster, wie man sich das vielleicht vorstellen kann. Das Schreiben klappt da sehr viel einfacher als hier. Ich denke der Anbieter hier sorgt sich nicht so um User mit älteren Browsern. Na ja blogger.com ist ja nicht aus der Welt. Ich habe auch jetzt keine Einkünfte mehr und vielleicht hilft mir ja eines Tages Googles Scheck mit 30 Dollar aus der Patsche? Zur Zeit ist mein neuer Blog jedoch noch werbefrei, weil es sich zur Zeit noch nicht lohnt da was zu schalten. Thema ist da nur noch die Reise und zur Zeit, na ja so ein paar Testartikel. Jedem, von dem ich jetzt Abschied nehme, gebe ich die Adresse. Wenn er an mich denken sollte, kann er vorbei schauen und ich hoffe dann immer mal was schönes, neues aus der Welt aufgeschrieben zu haben.

Ach so, diesen Blog werde ich von Zeit zu Zeit immer mehr offline bringen. Ich möchte nicht private Gedanken und Erinnerungen offen im Netz stehen lassen. Ich glaube nur den Xylit-Artikel werde ich zugänglich lassen, weil ich den Eindruck habe, er gibt hier einigen Leuten heute noch etwas.

Danke jedem Leser, der es bis hierhin geschafft hat. Mir hat es immer Spaß gemacht hier offen und zwanglos etwas zu schreiben. Jetzt bin ich jedoch froh, mich auch nicht mehr hier mit dem Interface abmühen zu müssen. Pro Anschlag 1 Sekunde und die Deletetaste braucht gut 2 Sekunden!

Macht es gut!

Wolfgangs neuer Blog => Klick mich!

Gestern war der Tag, an dem ich mir einen meiner kleinen Wünsche erfüllte. Da meine Autobatterie recht schwach nur noch ist, wollte ich einfach nur mal los fahren, um sie wieder aufzuladen. In einer Großstadt fährt man nicht mehr viel Auto. Also war ein Sonntagsausflug angezeigt.

Seit den “Rassenunruhen” diesen Jahres in Ferguson wußte ich, dass man in den USA Dunkelhäutige nicht in Verbindung bringen sollte mit Wassermelonen und KFC, gemeint ist dieses hähnchenverarbeitende Fast-Food-Restaurant “Kentucky Fried Chicken”. – Das könnte ebenfalls zu Ausschreitungen führen. Zumindestens in den USA.

Gut, ich finde solche Klischees immer sehr interessant. Über die Wassermelonen fand ich, dass diese zu Zeiten der Sklaverei immer gerne von den Sklaven gegessen worden sind. Sind groß, löschen Durst und eine ganze Familie kann es sich schmecken lassen. Ich persönlich mag ja auch Wassermelonen.

Was es mit “Kentucky Fried Chicken” auf sich hatte war auch schnell gefunden. Überproportional viele Dunkelhäutige essen dort in den Staaten. Zu mindestens will es so das Klischee. Zu klären wäre aber, warum nicht “Burger King”, “Mc Donald’s”, “Subway” oder eines der vielen bestimmt in Europa unbekannten Fast-Food-Paradiese?

Als ich das erste mal dort war, ich aß mit gestern insgesamt nur 3-mal in einem KFC, fand ich aber das Essen dort so widerlich, dass ich gut 3 Jahre nicht mehr so ein Lokal betreten hatte. Man kann eigentlich nicht viel beim Burger und noch weniger bei Hähnchen falsch machen. Aber das damals ging gar nicht! Schmeckte schlimmer als Pappe und war viel zu viel und eklig, um es zuende zu essen. Und ich mag es nicht, Essen wegzuschmeißen. Das ist einer der wenigen Punkte, bei denen ich moralisch bin. Das zweite Mal bei KFC, als ich dachte, das erste Erlebnis wäre sicher nur ein schlechter Tag des Burgerbraters dort gewesen, war 3 Jahre später und es war ehrlich gesagt ähnlich enttäuschend.

Ich war früher ein großer Fast-Food-Freund. Ich dachte, wenn man schon im 21. Jahrhundert lebt, dann auch so wie im 21. Jahrhundert. Heute bin ich übrigens ein Gastronomie-Nihilist geworden. Ich finde es herzzerbrechend irgendwo essen zu gehen. Lasse Köche kommen und fragte sie rein rhetorisch, ob sie die Kartoffeln, Gemüse auch selber zubereitet hätten oder ob es reines Convenient-Food wäre? Sollten mal mehr Leute machen und die Antworten lassen einen zu denken geben. Eine Tiefkühltütte Gemüse kann ich auch zuhause warm machen. Entsprechend kochen Gastronomie-Nihilisten gerne zuhause und freuen sich über das Geld, das sie dabei sparen.

Ich konnte mich aber gestern nicht dazu motivieren meine Autobatterie einfach so aufzuladen. Irgendwie ein Shopping-Event sollte damit schon verknüpft sein. Gestern war Sonntag, nur Gastronomie war offen. Und na ja: ich wollte es noch mal mit KFC wissen. War das Essen dort wirklich so schlecht?

Ich nahm mir vor einen Salat dort zu kaufen und, besonders gespannt war ich auf die Chilli-Cheese-Pommes. Ich entschloß mich bewußt zu Nischenprodukten, da ich wußte, dass die Burger dort nicht eßbar waren. Pommes und Salat gab es sogar in dem KFC. Das ist heute nicht selbstverständlich, das es die beworbenen Produkte auch wirklich im Laden gibt, und das ein Pluspunkt. Die Angestellte an der Kasse war …. dunkelhäutig. Aber die einzige in dem Laden. Sie war sehr freundlich und nett. Obwohl ich selber gestern nicht in charmanter Stimmung war, sondern eher mich über ein wenig Nettigkeit freute, wie ein trockener Schwamm über ein, zwei Tropfen Wasser.

Pommes und Salat schienen riesiggroß in den Boxen zu sein. Ich hatte eine ganze Tüte in der Hand. Kosten ca 8 Euro. Die Pommes waren so viel, dass ich danach schon satt war, obwohl die unter “Beilagen” dort laufen. So schlecht schmeckten die übrigens nicht. Bloß irgendwie zu viel. Viel zu viel. Der Salat bestand aus … Salat, die Soße war aber so dick und schwer, dass auch er sehr schwer im Magen lag. Immerhin waren keine künstlichen Aromen in der Soße.

Mein Magen war so voll, dass ich mir danach nicht mehr normal vorkam. Aus altem Tabak rollte ich mir noch mal eine Zigarette. Ich rauche eigentlich sonst nur ab einem Promille oder vielleicht auch 1.5 Promille. Trinke aber auch nicht mehr viel. Aber gestern mußte ich einfach das schreckliche Gefühl nach dem Salat mit dem schrecklichen Gefühl nach einer Zigarette übertünchen. Hätte ich Alkohol gehabt, hätte ich sicher auch zugegriffen. Noch am Abend war ich satt davon.

Fazit: KFC kann ich nicht empfehlen, auch wenn die Bedienung nett war. – Die ist sicher auch ohne den Laden und das Essen nett. Auch wenn es in den USA vielen Dunkelhäutigen dort besser schmeckt als mir, ist es natürlich eine Beleidigung dieses Essen auf eine Hautfarbe beziehen zu wollen. Es ist billig, energiereich und viel eher ein soziales Phänomen als nun eine Besonderheit des Phänotyps.

Nächstes Jahr wollte ich Thailand besuchen. Dort soll die Gastronomie sehr viel besser und bunter sein als die in Deutschland. Da freue ich mich schon drauf. Mit der deutschen Eßkultur bin ich erst einmal fertig.

Habe viele Leute gefragt und das schlimmste Gefühl ist, wenn die Musik im Inneren verstummt. Man trägt sie noch in sich, Tage und bei mir fast 2 Wochen. So langsam wurde es still und ja … doofes Gefühl. Also wurde es wieder Zeit für das nächste Wochenende. Da ist wieder Party in Holland, wo viele wieder sein werden. Ich laß mich einfach mal überraschen. Dinge auf einen zukommen lassen. Cool bleiben. Wird Spaß.

Auszüge aus meinem Romanversuch: „Liebe, erkärt in einfachen Schritten“

Gestern war ich bezüglich meiner weiteren emotionalen Entwicklung sehr ungewiß. Es war wie den Verstand zu verlieren. Aber ein paar Telefonate brachten wieder mehr Klarheit.

Von meinem Kumpel Ruben habe ich gelernt, die Planung des Vorgehens in solchen Dingen so zu gestalten, dass man selber felsenfest davon überzeugt ist, dass diese Begegnung der Sinn des Universums ist.

Es geht nicht darum jetzt das zu tun, was man machen sollte. Es geht darum so zu sein, wie ich bin. Und das zu tun was ich richtig halte! Denn ich bin es, der in ihrem Herzen leben werde und will.

Ist jetzt vielleicht völlig verliebt mißverstanden? Ich werde in ihrem Herzen leben und auch wenn es irgendwann soweit ist, dass ich da bin, wo ich immer hin wollte: Dann ist es Realität und diese schaffe ich jetzt und hier. Soll ich eine Frau haben, die einen alten Sack geheiratet hat? Oder eine, die weiß wie ich bin und viel mehr bin … als der alte Sack? Und in diesem Leben Liebe sein wird.

Darum kein Anschreiben auf Facebook. Das wäre so, als würde ich sie versuchen zu halten, sie festzuhalten. Ich will Freude ins Leben bringen. Ihren Garten immer grün und blühend zu halten. Darum keine mindfucked virtuelle Kommunikation. Reality … 🙂 Ich treffe sie wieder auf einer Party. Und auf einmal standen wir uns wieder gegenüber… Ich beginne zu verstehen, wie das Leben arbeitet. Ich habe jetzt hier eine Chance und je nachdem, wie ich es angehe, erschaffe ich meine spätere Realität.

Was kann bei diesen Freunden eigentlich noch falsch laufen?

Ich habe genau in diesem Moment darauf geachtet, wie es sich anfühlt, wie es abläuft. Zuerst ein plötzliches Schweigen und nichts, kein Gedanke, kein Gefühl bis eine zarte Verwunderung in einem aufsteigt. Dann ein flüchtiger Blick und die Gewißheit, dass sie es ist, mit der das Schicksal einen verbändelt. Nichts ist mehr zu tun, nur alles passieren lassen. Die Dinge auf einen zukommen lassen und zu genießen.

Ein Musikfestival kann auch sehr romantisch sein. Was gibt es schöneres als über 5 Dancefloors in der Nacht zu gehen, dann Strand, Stille, Sterne und Mond? Ich nenne das Leben. Auch wenn viele es einfach nicht verstehen konnte, wie ein Typ wie ich an so eine Frau kommen konnte? Aber gerade das ist es ja eigentlich, das einzigartige an so einem Moment. Was mich von den anderen unterschied und interessant machte.

Vieles lief richtig. Habe die Situationen gelesen wie ein Fährtensucher die Fährte. Ihre Freundinnen habe ich soweit beflirtet, dass sie mich nur noch mit einem verträumten Lächeln anschauten. Ihr Bruder ist ein guter Kumpel geworden, der mir die Daumen drückte, und sein bester Freund wurde ebenfalls einer, der mich einfach nur cool fand. Und sie? Gut es war Party. Es war Spaß. Es war aber auch Realität weit ab der Oberfläche. Irgendwie war alles verrückt aber auch alles irgendwie greifbar, dass daraus mehr werden kann.

In mein bürgerliches Leben passen wir beide nicht. Sie ist gerade 21 geworden. Wirkt so zart wie eine Blüte, die sich gerade erst geöffnet hat. Tänzerin ist sie, hat beim Fernsehen gearbeitet, reist viel durch die Welt. Eine Stimme, der ich stundenlang einfach nur zuhören kann, auch wenn ich vielleicht nur 30% verstehe, da sie Niederländerin ist. Von Parties hat sie jedoch Ahnung und ist kein Kind von Traurigkeit.

Es war schön und die letzten Tage habe ich einfach nur das Glück in mir genossen, welches noch wie ein Feuer glühte. – Heute kamen mir Zweifel. Ich muß cooler werden, darf mich nicht verlieben, da das alles kaputt machen würde. Mit Mühe habe ich mich davon zurück halten können, sie auf Facebook zuzutexten mit meinen Gefühlen. Das machen sicher etliche andere auch. Das ist langweilig und würde meinen guten Start völlig kaputt machen. Was bleibt ist zu warten und einfach bei der nächsten Party mit dabei zu sein. Eingeladen bin ich von allen. Sie freuen sich. We’re one big family.

Ein Film ist nicht das, was er für einen ist, ohne die Erwartungen, Einstellungen seiner Zuschauer. Gestern habe ich den aktuellen Film „Lucy“ gesehen, alleine. Eigentlich war ja ein netter Nachmittag mit einem leichten Frauenfilm und danach einem Cocktail geplant. Das war das, was ich erleben wollte. Aber sie sagte ab, machte etwas mit der Familie. Hat Kind, Mann und die Schwester kam dann plötzlich zu Besuch. War eben nicht der Moment für ein Ich-fühl-mich-den-ganzen-Tag-gut-Kompliment, mit denen ich die Welt verschönere.

Bin dann natürlich nicht alleine ins Kino gegangen, sondern hab mir den Film gemütlich im Onlinestream angeschaut. Das mache ich manchmal, um bei vielen aktuellen Filmen nach 20 Minuten einfach auszumachen. Ich mag Filme, die einen vom ersten Moment an faszinieren und einen mit langweiligen Typenvorstellungen verschonen. Der typische us-amerikanische Horrorfilm bringt erst mal 30 Minuten ein langweiliges Spießerportrait, mit dem man sich wohl identifizieren soll. Die dunklen Kräfte oder Klischee-Psychopathen, die diese vermeintliche Idylle dann zerstören, – ich empfinde die dann schon meist als die Nice-Guys, in der Hoffnung das Niveau des Films würde nun ein wenig steigen.

„Lucy“ verschont einen mit langatmigen Szenen und treibt den Zuschauer direkt vor sich her, mit der Frage, was für einen Film er denn gerade schauen würde? Er ist wohl eine Mischung aus Aktion, Komödie, Horror und philosophischem Anspruch. Allen diesen Aspekten gerecht zu werden, das ist in nur einem Film völlig unmöglich. Deshalb schafft er es auch nicht, zu den Top-Filmen zu gehören, – ABER: es hat Spaß gemacht, sich durch die turbulente Story zu sehen. Und darum geht es, alles nur Unterhaltung. Besonders gefällt es mir, dass der Film durchaus lustig ist und eine gute Austrahlung hat, ohne jetzt anstrengend lustig, wie viele reine Komödien, zu werden. Statt dessen auch mal ein wenig Aktion, dass man auch manchmal einen Spin zum reinen Gewaltfilm erwartet und am Ende sehr viel psychedelischer Lebensphilosophie, die eigentlich das Sahnehäubchen darstellt. In Anbetracht einer über weite Strecken latenten Erwartungshaltung wie „Oh Gott eine Blondine wird 100% ihres Gehirns nutzen … *OMG*“ wahrlich ein überraschendes Happy-End. Das Film ist durchaus cool und wurde nicht von Spießern für Spießer gemacht. – Lucy in the Sky with Diamonds. 😉 Übrigens in der deutschen Synchro gesehen.

Kalt! – So ist das Gefühl, wenn der Sommer plötzlich erlischt. Zum Ende des Sommers paßt ganz gut meine neue Lieblingsmusik. Kalte, synthetische Klangwelten:

Mir gefällt daran, dass sie kalt, synthetisch und völlig umsonst ist. Interessant für mich: früher habe ich diese Musik völlig monoton und uninteressant gefunden. Aber sie hat durchaus ihren Reiz. Sie ist Gebrauchsmusik für Party, Zwischendurch und das Autofahren. Ein Freund meinte, diese Musik wäre geradezu ideal eine musikalische Mauer zwischen Innerem des Autos und Außenwelt zu ziehen. Während verärgerte Bürger nur das Gehämmer der Bässe mitbekommen, kann man als Privilegierter im teuren, rabenschwarzem Sportwagen die feine Sphärenmusik genießen. Das ist schon wirklich cool, auch den Hass der Außenwäldler hinter den Scheiben wie in einem Aquarium zu erleben. Ich glaube, das ist auch der Grund, warum viele beim Autofahren die Bässe voll aufdrehen.

Übernächstes Wochenende geht es noch einmal auf ein Festival. Diesmal Holland. Großes Ding, 15000 Karten sind dafür verkauft worden. Für mich schon fast verpflichtend da hinzufahren, einfach weil wirklich alle dahin fahren, die ich aus der Partyszene kenne. Sicher nicht so cool und abgefahren wie das Ding in der Mitternachtssonne am Polarkreis. Aber man darf die Niederländer nicht unterschätzen. Die machen auch geniale Parties, vielleicht sogar auch in der früh-herbstlichen, kalten Dunkelheit und bei Regen? Ich hoffe, komme bis dahin gesundheitlich klar. Weiß nicht, ob es nur der Weisheitszahn ist, oder eine beginnende Erkältung? Zumindestens nervt die Backe, auch Nachts, so wie auch die Arbeit, zu der ich morgens wie ein Zombie hintorkele und Abends völlig baff und müde wiederkomme. Gehe mal jetzt einfach schlafen.

Irgendwie nerven mich diese 3 Worte immer dann, wenn ich mal eben einen Artikel hier schreiben will.

Was ist während dessen passiert? Eine Woche Urlaub habe ich glücklich hinter mich gebracht. Nach meinem Cool-Urlaub nach Norwegen war die letzte Woche jedoch ziemlich uncool. Lernte ein neues Wort, was es ein wenig präziser auf den Punkt bringt als viele Wörter von mir, die sich letztlich um wahrlich gar nichts … nichts … drehen. Der Begriff lautet „Slacker“.

Vielleicht war es auch eine Woche wie im Gefängnis, in denen man sich auch Gedanken machen konnte, was im eigenen Leben nicht richtig läuft? Die Woche hatte ich ja eigentlich wegen der EX am Anfang des Jahres schon geplant. Zum einen läßt das einen nachdenklich werden über die Qualität seiner Beziehungen. Im Nachhinein scheint es mir jetzt, dass ich einfach nicht von meinen ideellen Vorstellungen Abschied nehmen wollte. Real gesehen habe ich stets unstete Beziehungen, die chaotisch und nicht berechenbar ablaufen. Aus diesem Grund habe ich auch meist schönere Erfahrungen als andere Menschen, die ihren Urlaub schon monatelang vorher planen. Freude kann immer nur spontan entstehen. Ich meine wirkliche Freude und nicht das wohltemperierte Gegenstück dazu, welches man vielleicht „bürgerliche Freude“ nennen kann. Ist eigentlich ein großes Problem, dass in einer Gesellschaft dieselben Wörter für völlig unterschiedliche Sachen gebraucht werden.

Es nervte mich immer an meiner Arbeit, dass die immer schon für das gesamte Jahr eine „Urlaubsplanung“ haben wollten. Jetzt auch schon wieder für 2015. Was weiß ich, was ich 2015 machen will? Und das schlimme, neben der nervigen Arbeit gewinnt der Urlaub durch diesen Planungsstress ebenfalls eine gehörige Nerv-Note. Besser wäre es den Urlaub kurzfristig absprechen zu können, was ja auch real so lief, aber diese Woche mußte ich letztes Jahr schon nehmen, da sonst die Frau, die den Urlaubsplan macht, sich totgezickt hätte. Letzte Woche kam auch wie man es nicht ahnt, auch schon das erste Schreiben per Email von diesem Menschen, schon jetzt die Urlaubswünsche für 2015 zu äußern. Gut, diesmal konnte ich es gedankenverloren löschen, da ich 2015 nicht mehr da arbeiten werde.

Neben dem Aspekt der sprunghaften Beziehungen, der ja im Grunde etwas sehr schönes ist, gesellte sich der Ausblick eine Arbeit zu haben, die mit dieser Form von Beziehungen inkompatibel ist. Das ist so eine Gesellschaft-versus-Individuum-Problematik. Die Gesellschaft besteht aus Typen, die Urlaubspläne für das nächste Jahr machen, diplomatisch wie der deutsche Außenminister sich durch das Schlachtfeld Partnerschaft larvieren, gerne Floskeln wie „man sollte“ „man müßte doch“ benutzen und sich permanent einreden, sie wären glücklich. Leute wie ich bedrohen dann die Fundamente ihrer Weltsicht, denn eigentlich gibt es nur sehr wenig im Leben, was „man“ wirklich „machen muß“. Ich denke eigentlich nur das Sterben. Sterben tun wir alle einmal. Alles andere sind gesellschaftliche Gebote, die eigentlich nur wenigen nützen und vielen nur Begrenzungen auferlegen. Komischerweise reagieren diese, die durch ihre Normen eigentlich nur betrogen werden, dann auch am ärgerlichsten, wenn man sie auf den hohen Quatsch-Wert ihrer Lebensmaßstäbe hinweist. Also ich hab das jetzt schon aufgegeben. Die Tragik ist aber, dass eben spontane Sachen weniger möglich sind, als in Kontexten, wo man einfach mal sagen kann, nächsten Monat hätte ich gerne mal 2 Wochen frei.

Na gut. Neulich sah ich in der Stadt Plakate. Es ging um eine Ausstellung über einen ollen König, der mal vor hunderten von Jahren hier sein Ding trieb. Eigentlich war aber nur ein Bild von ihm und der Slogan „Zu Befehl Majestät!“ zu sehen. Also, wahrscheinlich war ich der einzige, der sich an solchen Sachen störte und es kann doch nur so sein, das die meisten dieser Stadtbewohner innerlich noch tief im Absolutismus stecken, was vieles erklärbar machen würde. Also auch diesbezüglich ein Grund die Dinge mal wieder sich ändern zu lassen.

Zurück vom Polarkreis. Zelten dort mit 24 Stunden am Tag Sommer: super! Ich könnte Absätze drüber schreiben und immer noch das Gefühl haben, ein Kapitel dann noch dran hängen zu müssen. Ich entschied mich aber, diese Erinnerungen in meine Lebenserinnerungen vielleicht einmal einfließen zu lassen. „Meine Reise ins Ich.“

Wieder zurück in der städtischen Lebenswelt fällt es einem natürlich um so mehr auf, dass man in einer Umgebung lebt, die nur menschen- nicht gotterschaffen ist. Es ist wirklich so in Nordnorwegen bei der gigantischen Natur: außerhalb des Zeltes hatte ich das schönste Wohnzimmer auf dieser Welt und Natur, die das Göttliche erahnen läßt, ja man kommt selber dahin zurück seine eigene Göttlichkeit entdecken zu dürfen. Hier in der Großstadt leben die Leute in Wohnungen mit Fenstern, die eigentlich von außen eher wie Aquarien wirken. Hier macht einen alles kleiner, als man wirklich ist.

Dementsprechend ging es mir die letzten Tage schlecht. Auf der Arbeit haben ein paar 40’er-Plus-Frauen mich beim Chef angeschwärzt, dass ich ein wenig zu spät gekommen wäre. Das machen die immer, wenn sie unter meinen Launen zu sehr leiden müssen. Gekündigt hab ich da schon eh und der Chef ging auch nicht voll drauf ein. Eher nach dem Motto: arbeiten sie noch mit und dann bekommen sie auch noch mal Weihnachtsgeld. Ok eigentlich nicht schlimm, aber irgendwie auch nicht notwendig. Dementsprechend bekommen diese 40-Plus-Frauen von mir immer noch unverändert Demütigungen und subtile Gemeinheiten zu spüren. Es gibt nichts, was ich so hasse, wie Denunzianten.

Das fiel zusammen mit dem Ereignis, dass ich meine EX jetzt entgültig aus meinem Herzen gestrichen habe. So viel haben wir probiert, um einfach nur Freunde zu sein und immer am Ende fühle ich mich schlecht dabei.  Alle meine Freunde, die Alphas sind, lagen mir deutlich in den Ohren, sie sausen zu lassen. Sie tauge nichts und ich hätte besseres verdient, als so eine.

Habe mich zuletzt dadrüber aufgeregt, dass sie mich zu einem Konzert nach Amsterdam eingeladen hat. Als wir die Karten hatten, meinte sie, dass sie das Wochenende mit einer Freundin dort sein würde, und ich nur zum Konzert kommen sollte. Ich ging davon aus, das gesamte Wochenende mit ihr dort zu sein. Jetzt kann sie alleine zum Konzert gehen. Ich mach mich da doch nicht zum Trottel, den man 5 Stunden über die Autobahn als Konzertbegleitung herbeipfeifen kann.

Zuvor: Geburtstag von der Tochter. Hatte ein Prinzessinnenkleid und eine Musik-CD mit Remixes aus Frozen mit der Eiskönnigin zusammengestellt. Wäre sicher toll geworden. Kurz bevor ich aufbrechen wollte: SMS, „Wolfgang aus der Party wird nichts, vielleicht ein andern mal.“ Davon war ich schon sauer.

Dann zu meinem Geburtstag Knutschbilder auf Facebook mit dem vermeintlichen Neuen, den sie direkt nach unserem letzten gemeinsamen Wochenende rekrutierte und Anrufe, SMS von mir seit dem ignorierte. Ätzend! Der Typ (war der, den ich mal vor wenigen Beiträgen beschrieb) ist jetzt auch wieder passe. Deshalb wohl der Versuch mich nach Amsterdam zu locken, weil das einfach eine Stadt ist, in der ich gerne bin.

Aber im Endeffekt ständige Demütigungen und Enttäuschungen. Solche Leute, sollte man im Leben links liegen lassen. Meine Freunde legten mir ans Herz, jeden Kontakt jetzt kommentarlos zu unterlassen, sie völlig zu ignorieren. Auch wenn das sie wohl anscheinend an macht. Aber letztlich ist eine Frau zu finden, die einen Mann zum Trottel macht, nicht wirklich ein sehr guter Schritt in eine glückliche Zukunft. Auch wenn da immer permanent ein „sie wird sich ändern“ im Kopf spielte. Das ist meist eine Illusion.

So gesehen, die letzten Tage das lonley-wolf-feeling. Aber so schlecht war das gar nicht. Habe jetzt 2 Telefonnummern, die ich zum Wochenende anrufen müsste. Beides Frauen, die so mein Typ sind. Einmal Familie aus Kurdistan, dann aus dem Libanon. Beide nicht-religiös. Das ganze Generve mit der EX hatte mir echt den Blick für diese beiden neuen Ausblicke versperrt. Und ich mag Latinas. Echt komisch, wie so das Leben manchmal läuft? Was will mir das Leben damit sagen?

Der interessanteste Moment ist Ende und Anfang von irgendetwas. In ihm erkennt man das Wesentliche und wenn man sich ihm bewußt wird und danach greifen kann, ist es der aktivste Zeitpunkt, um zu handeln.

Zum einen ist meine langjährige, meist desolate Beziehung zuende gegangen. Endlich. Enden tat das mit einer ganzen Photoserie auf Facebook zu meinem Geburtstag, auf der sie ihren neuen küßte. Das tat natürlich weh, obwohl ich zu dem Zeitpunkt innerlich schon meilenweit von ihr entfernt war. Ich hatte das Konzept „meine Freundin“ bereits in meinem Inneren überdacht und geändert. Das Konzept ist eigentlich nur eine vorkonzeptionelle Form der Ehe und als solches geradezu magisch anziehend für freudsche Thematiken, an denen schon Generationen von Psychiatern gescheitert sind. Nicht mein Ding. Schon das gesamte erste Halbjahr 2014 arbeitete ich schon an einem neuen Konzept, kurz: meine Freundin. Sprich Lebensfreude und -nähe in einer schon verbal unbegrenzten Form. Trotzdem dann die Bilder auf Facebook. 3 Tage war ich down, aber dann ging es wieder und ich gewann wieder Vertrauen in mein neues Konzept. Das einzige was weh tat, war die Tatsache, dass ihre Tochte meint, ich wäre „wie ein Papi“ für sie. Nach der menschlichen Logik der Emotion müßte ich ihre Mutter hassen, sprich auch sie jetzt völlig alleine lassen. Das war ein Konflikt, den ich nicht so ohne weiteres lösen konnte.

Aber der Zufall half mir. Als ich zufällig in der Nähe ihres Wohnortes war, rief sie zufällig in einer Situation an, in der ich richtig froh war, ihre Stimme zu hören und anstatt der vorher tagelang sorgfältig ausgetüfftelten Beleidigungen (ja so tief ging das) sagte ich nur: Hey, ist alles cool! Wie wärs, wenn ich schon zufällig in der Nähe bin, wenn Du zufällig mal durchrufst, dass ich dann auch mal zufällig vorbei kommen könnte und der Kleinen „Hallo“ sagen kann?

Das klappte dann auch. Obwohl der Neue sich mittlerweile in ihrem Häuschen eingenistet hatte, das machte mir auf der Hinfahrt schon Bauchschmerzen. Ich dachte, ich würde total traurig sein oder total wütend? Aber dann besann ich mich, als ich an der Tür geklingelt hatte, eines Tricks. Habe ich schon am Telefon bei ihr angewandt. Einfach der Satz: „Hey, ist alles cool!“, weil dieser Satz verlangt keine innere Synchronizität. Man kann den immer sagen, ob man lacht oder nicht. Er wirkt aber immer deeskalierend und man kann Grenzen einreißen ohne neue zu errichten.

Also kam ich da mal so eben ganz cool vorbei. Die Kleine freute sich riesig und am Ende gingen wir 4 noch essen. Eigentlich saß der neue Typ da ein wenig traurig dabei. Er tat mir auch Leid, denn er hatte noch nicht einmal der Hauch einer Ahnung, was mit dieser Frau auf ihn zu kommen würde.

Aber das ist nicht das Thema. Ich hab die Gunst des Momentes genutzt um das zu bekommen was ich wollte: kann die Kleine jetzt jederzeit sehen und übernächstes Wochenende auch bei ihrem Geburtstag dabei sein. Ist mir in so fern wichtig, dass ich mich gut 4 Jahre mehr oder weniger gut, je wie mein Beziehungsstatus zu ihrer Mutter war, um sie gekümmert habe. Da sie Halbwaise ist, war ich eben „wie ein Papi“ für sie. Ein wenig wie bei dem Küken, das den jenigen für die Mutter hält, den es nach dem Schlüpfen sieht. 4 Jahre sind 67% ihrer Lebensspanne oder werden es zu ihrem Geburtstag sein. Also da gilt es Kindheitstraumen zu mildern. Außerdem mag ich sie. Sie hat mir so viel gegeben, weil ich ein Mensch gewesen war, der vergaß, wie es war, selber ein Kind gewesen zu sein.

Diesen Zyklus habe ich dann doch glücklich zuende gebracht. Die Ex war auch glücklich. Ich konnte ihr dann auch ohne irgendwelche Eifersuchtsszenen von meinen Romanzen erzählen. Denn der neue Zyklus war sehr viel aufregender als die Lebensperspektive mit ihr.

Weihnachten krachte es mal wieder zwischen uns und ich rief Freunde in Holland an, dass ich jetzt Hilfe bräuchte. Die bekam ich und ich lernte eine weitere Lektion im Buch des Lebens: wie man frei lebt und Spaß haben kann ohne Ende. Frauen: kein Problem, sie sind immer da, du hast sie bloß noch nicht wahrgenommen. So wie Du Dich selber fühlst, so wird Deine Welt sein. Sei Du selber! Ich fuhr dann immer mal am Wochenende rüber und trainierte die neuen Lebensregeln. Recht bald fing es dann auch mit Psytrance-Parties an.

Am Anfang hatte ich da meine Probleme auf dem Dancefloor. Da wackelte der Boden, auch wenn es die grüne Wiese war! Konnte mich kaum auf den Beinen halten. Mittlerweile kann ich ihn so lesen wie ein Fährmann das Wasser vor seinem Schiff. Bei den größeren Events im Amsterdam kam langsam die Begeisterung. Da ist irgendwo eine alte, umfunktionierte Kirche und zu den Partywochenenden kommen gut 2000 Leute dorthin. Dass ich da so eintauchen würde, hätte ich vor einem Jahr noch nicht einmal für möglich gehalten. Aber es war wirklich alles da, was mir fehlte, ich hatte es bis dahin bloß noch nicht wahrgenommen.

Jetzt kommt dann auch übernächste Woche die Steigerung: das erste Festival! Wir fliegen für 1 Woche nach Norwegen an den Polarkreis. Da ist eine Party auf einer einsamen Insel und die Sonne geht zu der Zeit nicht unter. Zelten, Musik Musik, Tanzen Tanzen Tanzen und alles geht die ganze Zeit 24 Stunden einfach durch! Solche Parties sind sehr vielschichtig begreifbar. Für einige sind es Parties und Spaß und für andere Weiber ohne Ende und je länger man dabei ist, begreift man, dass es eine Reise in das eigene Selbst ist, die jeder antreten wird, der reif dazu geworden ist, ein Mensch zu werden, der nach seinen eigenen Regeln lebt.

Verbal hoch gegriffen, aber es stimmt. Am Ende ist man glücklich, all die tollen Leute dort getroffen zu haben, die mehr als 1000 Kilometer nur für diese Party am Ende der Welt, in Kauf genommen haben.

Tja, da freue ich mich richtig drauf. Und so gesehen ist das endgültige Ende meiner ehemaligen Liebe meines Lebens unerläßlich. Mit ihr wären nur Kreuzfahrten und Streit um Kleinigkeiten möglich gewesen. Schön, dass sie mich jetzt frei gelassen hat. Es ist eigentlich nur eine Frage der Mentalität, die man im Leben haben muß, um alles einfach nur geschehen zu lassen. Dann kann einen nichts aufhalten.

Ein anderer Zyklus ist auch das Ende der Arbeit. Habe gesagt, dass ich zum Ende des Jahres den Job aufgebe. Einfach so. Vielleicht weil sie am Tag zuvor einfach meine Lieblingsmitarbeiterin gekündigt hatten. Das war die mit der schweren Allergie, die ich auch dann noch mochte, wenn sie wegen ihrer Neurodermitis rot wie ein Krebs im Gesicht war. Sie war sehr traurig und das tat mir Leid. Aber es war gewiss nur Auslöser, im Grunde war mir die Arbeit recht langweilig geworden und diese Stadt mochte ich nie, in der ich jetzt noch bin.

Ich erkenne, immer wieder: Zyklusende und neuer Anfang. Das ist das Leben.

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